Wenn Ihr Partner folgende Eigenschaft hat, haben Sie nicht so viele Orgasmen

Überraschend? Frauen die ihren Partner als egoistisch empfinden, kommen während dem Sex nicht so leicht zum Orgasmus.

Es gibt viele Gründe, warum Frauen nicht zum Orgasmus kommen: das Ausmaß an Entspannug, ein Mangel an Vorspiel, eine riesige To-Do-Liste oder auch die fette Pizza, die gerade noch im Magen liegt. Aber wenig überraschend hat es auch etwas mit dem männlichen Part zu tun, der gerade im Bett liegt und beider Einstellungen zu traditionellen Rollenbildern.

Wie wir ja bereits wissen, haben Paare, die sich die Kindererziehung und die Hausarbeit gleichmäßig aufteilen ein zufriedeneres Sexleben. Und neueste Forschungsergebnisse bestätigen, dass ein sexistisches Rollenbild nicht gerade zuträglich für ein erfülltes Sexleben ist. Natürlich nur, wenn man Orgasmen zu einem erfüllten Sexleben zählt.

Ein neues Paper, das von der University of Queensland, Australien im Magazin Archives of Sexual Behavior publiziert wurde, stellt einen Zusammenhang zwischen den Einstellungen eines Paares und der Orgasmushäufigkeit der Frau her. Konkret haben sie die Hypothese aufgestellt, dass Frauen, die sich leicht sexistische Partner suchen, seltener Orgasmen haben.

Wohlwollender Sexismus = Der Mann als Beschützer

Um die Ergebnisse zu verstehen, muss man den Unterschied zwischen wohlwollendem und feindseeligen Sexismus verstehen. Feindseeliger Sexismus ist die ganz offensichtliche Geringschätzung von Frauen, während wohlwollender Sexismus wesentlich nuancierter ist, und nicht so leicht zu erkennen. Er definiert sich durch den Glauben, dass Frauen von Männern behütet und beschützt werden sollten. Das wirkt oberflächlich vorteilhaft für Frauen, ist aber heimtückisch. Diese Form von Sexismus weist Frauen eine passive Rolle zu und romantisiert den Gedanken, dass Frauen abhängig von Männern sind. Viele sexistische Einstellungen werden durch den Vorwand von Schutz und Sorge legitimiert.

Wer einen beschützenden Partner sucht, sieht Sex eher als Pflicht

Die Forscher gingen davon aus, dass Frauen, die wohlwollend sexistische Einstellungen haben und der passive Teil in einer Beziehung mit einem dominanteren Partner sind, auch eher glauben, dass ein Mann das "Recht" hat, egoistisch im Bett zu sein. Sie spekulierten, dass diese Frauen Sex eher als ihre partnerschaftliche Pflicht denn als Quelle der Lust betrachteten.

Und es stellte sich heraus: Die Forscher behielten recht. Zwei Gruppen von Frauen mit jeweils über 300 Teilnehmerinnen wurden befragt. Zuerst wurde getestet, inwieweit die Frauen Aussagen über wohlwollenden Sexismus burteilten. Anschließend haben die Forscher herausgefunden, für wie egoistisch die Frauen Männer im Bett halten. Die Frauen mussten auch angeben, wie oft sie Orgasmen haben und wie oft diese durch Penetration, Oralsex oder händische Stimulation ausgelöst wurde.

Unser Sexleben wird also von Ideologie beeinflusst, wir brauchen mehr Girl Power

Und siehe da: Je mehr Frauen an wohlwollendem Sexismus hingen, desto eher empfanden sie Männer als egoistisch im Bett. Und je egoistischer sie Männer im Bett empfanden, desto weniger Orgasmen hatten sie.

Unser Sexleben wird also signifikant von Ideologie beeinflusst: In Beziehungen, in denen Männer als Beschützer gesehen werden, haben Frauen weniger Orgasmen. Wenn das nicht ein guter Grund für noch mehr Girl Power ist!

 

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