Wenn ihr in der Nacht oft aufs Klo müsst, ist das der Grund

Wer kennt es nicht: kaum eingeschlafen, muss man schon auf die Toilette.

Stellen Sie sich vor, Sie fallen nach einem langen Arbeitstag endlich ins langersehnte Bett. Doch anstatt eines ruhigen Schlafs müssen Sie alle paar Stunden die Toilette aufsuchen. Wenn Sie nicht gerade eine Blasenentzündung haben, könnte das dahinter stecken: Nykturie.

Schlafräuber Nykturie – ein unterschätztes Leiden


Die Nykturie bezeichnet ein vermehrtes, nächtliches Wasserlassen und tritt häufiger auf, umso älter wir werden. 1 von 30 Erwachsenen über 30 sind davon betroffen, Über-60-Jährige leiden stärker darunter. Bei 10–50 Prozent der 60- bis 70-Jährigen liegt eine Nykturie vor, bei 80-Jährigen steigt die Prävalenz auf 80–90 Prozent. Schätzungen zufolge leiden in Österreich über 500.000 Frauen und knapp 300.000 Männer an übermäßigem nächtlichem Harndrang unterschiedlichster Ursache.

Meistens tritt sie nach Geburten oder der Menopause vermehrt auf. Andere Ursachen können jedoch Alkohol, Koffein, Blasenschwäche und vermehrtes Trinken vor dem Schlafengehen sein. Außerdem können ein hoher Blutdruck, Diabetes, Herzkrankheiten oder Schlaflosigkeit dafür verantwortlich sein.

ADH-Mangel als häufige Ursache


Die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich sieht eine häufige Ursache in ADH-Mangel, dem antidiuretischen Hormon Vasopressin. Dieser Botenstoff wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet und spielt eine entscheidende Rolle in der Urinproduktion, da er den Wasserhaushalt im Körper und damit auch die Menge der Harnausscheidung regelt. Normalerweise steigt der ADH-Spiegel in der Nacht, wodurch die nächtliche Urinproduktion und -ausscheidung abnimmt und man bei einer normalen Blasenkapazität ungestört durchschlafen kann.

Aktuell