Wenn Frauen eine Stunde länger pressen, werden Kaiserschnitte verringert

Als Müttern in einer aktuellen Studie eine Stunde länger bei der Geburt gegeben wurde, verringerte sich die Kaiserschnitt-Rate um die Hälfte.

Die Zeit, die Frauen im zweiten Stadium der Geburt durchleben - wenn sie pressen und das Baby in die Welt hinausschieben - ist eine der intensivsten Erfahrungen in ihrem Leben.

Das amerikanische College of Obstetricians and Gynecologistssagt, dass Mütter, die zum ersten Mal ein Kind bekommen, im zweiten Stadium etwa drei Stunden Zeit haben, wenn sie eine Epiduralanästhesie hatten, zwei Stunden, wenn sie keine hatten, und noch weniger, wenn angenommen wird, dass das zweite Stadium der Geburt länger brauchen wird. Für manche ist dann einKaiserschnitt die nächste Option, oder eine assistierte Geburt.

Mehr Zeit zum Pressen


Eine neue Studie fand jetzt heraus, dass wenn Frauen eine Stunde länger zum Pressen gegeben wird, die Kaiserschnittrate halbiert wird. Diese Ergebnisse wurden in der März-Ausgabe des American Journal of Obstetrics and Gynecology veröffentlicht. Die Stichprobe ist zwar klein, jedoch liefert die Studie neue Einsichten in den Prozess der Geburt.

"Die traditionelle Zeitempfehlung kommt von Experten aus dem 18. Jahrhundert", sagt der Studienautor Dr. Alexis Gimovsky gegenüber der Huffington Post. "Seitdem haben sich die Daten eigentlich kaum geändert."

Die neue Studie untersuchte 78 Mütter, die zum ersten Mal ein Kind am Thomas Jefferson Universitätsspital bekamen. Ihnen wurde nach Zufallsprinzip zugeteilt, ob sie die gewöhnliche Geburtszeit von drei Stunden in Anspruch nehmen oder ob ihnen eine weitere Stunde Zeit gegeben wird. Alle Frauen hatten zuvor eine Epiduralanästhesie.

Die Ergebnisse sind bahnbrechend


43,2 Prozent der Frauen, deren zweite Phase der Geburt drei Stunden dauerte, hatten danach einen Kaiserschnitt. Und nur 19,5 Prozent jener Frauen, die vier Stunden zum Pressen hatten, musste einen Kaiserschnitt machen lassen.

"Die Studie zeigt, was wir in der Praxis seit Jahren sehen: es gibt Vorteile, wenn wir Frauen mehr Zeit zum Pressen geben", so Gimovsky. "Das Risiko eines Kaiserschnitts wird dramatisch verringert." Er wolle jetzt weiter darüber forschen, ob es für die Babys und deren Mütter ein Risiko gibt, wenn sie länger in den Wehen liegt.

Die Studie solle jedoch nicht Kaiserschnitte in Frage stellen - diese seien überlebensnotwendig - sondern lediglich althergebrachte Annahmen über die Geburt neu überdenken. Der Arzt sagt: "Eine Stunde ist nicht lang - aber sie kann ein Leben verändern."

 

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