Wenn du dich einsam und alleine fühlst: Das empfehlen Therapeutinnen

Kleine Tipps und Hilfen, wie du dich im Alltag weniger allein fühlst.

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Wir leben in einsamen Zeiten. Alte Menschen sind einsam. Menschen in ihren Zwanzigern fühlen sich einsam. Menschen in Großstädten, im ländlichen Raum. Die Harvard Business Review sprach schon im vergangenen Jahr von einer "Epidemie der Einsamkeit".

Während GesundheitsexpertInnen sich damit beschäftigen, wie man der Vereinsamung der Gesellschaft im großen Rahmen begegnen kann, gibt es kleine Dinge, um das Gefühl von Alleinsein im Alltag bewältigen zu können. Sieben TherapeutInnen haben dem Onlinemagazin The Cut Tipps gegeben, wir zeigen hier einen Ausschnitt.

Tipps, wie man im Alltag der Einsamkeit entkommen kann

"Ich fordere meine KlientInnen oft damit heraus, ihre unmittelbare oder erweiterte Familie als Resource zu sehen. Wenn Leute anfangen, Briefe an Großeltern zu schreiben oder ein wöchentliches Telefonat mit Geschwistern zu vereinbaren, kann das einen immensen Einfluss auf ihre allgemeine Stimmung haben. Mehr über die eigene Familiengeschichte zu lernen und vielleicht sogar entfernte Verwandte wiederzufinden ist ein wunderbarer Weg, um Menschen daran zu erinnern, dass ihr Leben Teil einer größeren Geschichte mit vielen interessante Charakteren ist."
Kathleen Smith, Coach und Autorin von "The Fangirl Life"

"Eine Sache, die wir in unserem Zeitalter der unmittelbaren Belohnung nicht vergessen dürfen: Freunde werden nicht gefunden, Freunde werden gemacht, über eine gewisse Zeit hinweg. Es braucht sechs bis acht Gespräche, bevor uns jemand als FreundIn betrachtet. Wir wünschten uns, wir könnten auf eine Party gehen, in der Sekunde mit jemandem warm werden und Arm in Arm mit einer/einem neuen BFF aus der Tür gehen, aber tatsächlich ist es ein schrittweiser Prozess. Die gute Nachricht ist: die Latte liegt tief. Es hat sich wiederholt gezeigt, dass wir, solange zwei Menschen freundlich zueinander sind und regelmäßig Kontakt haben, man mit jedem Menschen Freundschaft schließen kann. Nähe und Wiederholung sind wichtig. Ein Spaziergang zur Hundezone zur täglich selben Zeit, ein wöchentlicher Kurs, ein Co-Workingspace."
Ellen Hendriksen, klinische Psychologin, Autorin von "How to Be Yourself"

"Übe Small Talk mit KassiererInnen und anderen Menschen, die du untertags triffst. Wenn du in dein Lieblingscafé gehst, mach einen kurzen Kommentar übers Wetter oder den Song, der gerade läuft. Betrachte das nicht als Einstieg für ein längeres Gespräch, sondern einfach als Möglichkeit, alltägliche kurze Interaktionen ein wenig persönlicher und freundlicher zu machen. Das kann das Gefühl von Einsamkeit verringern, weil man sich ein soziales Netzwerk außerhalb von Familie und Job aufbaut. Und: Wer diesen Small Talk in unterschiedlichen Situationen übt, wird sich damit auch bei anderen Gelegenheiten leichter tun. Eine Win-Win-Situation!"
Darin Bergen, klinischer Psychologe

 

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