Weniger Unterstützung für Kinder aus länger arbeitslosen Familien

Heute beginnt die automatische Auszahlung des zweiten Teils der Unterstützung des Familienhärteausgleichs. Die Arbeiterkammer kritisiert unterschiedliche Höhe der Hilfen für Familien.

Länger arbeitslose Familien bekommen weniger Unterstützung

Mit heute, dem 13. Juli, fließen erstmals Hilfsgelder aus dem von der Regierung beschlossenen "Familienkrisenfonds". Familien, in denen Eltern vor dem 28.Februar arbeitslos waren, erhalten die Unterstützungsleistungen automatisch. Ein Antrag ist nicht nötig. Pro Kind soll es eine Einmalzahlung von 100 Euro geben.

170.000 Kinder profitieren laut Familienministerin Christine Aschbacher (ÖVP) von der Hilfsleistung. Zusätzlich werden noch 85.000 Kinder erreicht, für die ebenfalls 100 Euro ausbezahlt werden. Auch Haushalte, die ab Juli Mindestsicherung bezogen haben, sollen nämlich die 100 Euro bekommen. Insgesamt sind 30 Millionen Euro dafür budgetiert.

Kritik an ungleichen Förderungen

Die Arbeiterkammer begrüßt den Zuschuss grundsätzlich, "sieht aber dennoch eine gewisse Mogelpackung darin", heißt es in einer Aussendung. Denn: Familien, die bereits vor der Corona-Krise arbeitslos waren, erhalten deutlich weniger als Familien, die durch die Maßnahmen ab 1. März arbeitslos geworden sind oder Selbstständige, die beim Wirtschaftskammer-Härtefallfonds Hilfsgelder beantragen musste. Im Schnitt sind das bei zwei Kindern 200 Euro im Vergleich zu 1200 Euro. Das sei "überhaupt nicht verständlich", kritisiert Ingrid Moritz Leiterin, Abteilung Frauen und Familie in der Arbeiterkammer. "Beide finden aber jetzt einen Arbeitsmarkt vor, auf dem sie keine Beschäftigung finde."

Außerdem bemängelt die Arbeiterkammer, dass der gesetzliche Rahmen für den Zuschuss nicht ausgeschöpft wird. Laut Gesetzestext könnten pro Kind 150 Euro ausbezahlt werden. Ministerin Aschbacher rechtfertigt das erneut als gemeinsam mit Sozialminister Rudolf Anschober beschlossene Sache. Man habe sich für die 100 Euro - anstatt der laut Gesetz möglichen 150 Euro - entschieden, um "so viele Familien wie möglich zu unterstützen."

Das wäre wohl auch anders gegangen, wie der Beschluss des Nationalrats vergangene Woche zeigt: Die 30 Millionen Euro für den ersten Teil des Familienhärteausgleichs wurden auf 60 Millionen Euro aufgestockt. Die Mittel für den zweiten Teil, nun von den Regierungsparteien als "Familienkrisenfonds" bezeichnet, aber bleiben die im Mai vereinbarten 30 Millionen Euro. Ursprünglich hatte die Regierung für diese Familien im Übrigen überhaupt keine Hilfsgelder vorgesehen.

 

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