Welches Parfum passt zu mir?

In der Parfümerie geht die Nase gern K. o.: unzählige neue Parfums, Millionen Duftmoleküle, billig oder teuer, Eau de Toilette oder Eau fraîche – und am Ende hat man trotzdem keinen Dunst, welches Parfum wirklich zu einem passt. Wir verraten 10 Tricks, mit denen Sie garantiert das richtige Parfum finden.


1. Setzen Sie auf die Farbe des Flakons!

Was vielen nicht bewusst ist: Die Farbe des Flakons oder des Inhalts gibt meist einen Hinweis auf die Duftrichtung:

  • Sinnlich-opulente Parfums sind fast immer in Dunkelrot, Dunkelblau oder in Schwarz gehalten.
  • Frische Düfte kommen meist in zartem Grün oder Hellblau daher, fruchtige in Pink oder Orange.
  • Romantische Parfums mit einer zarten Blumennote erkennt man am Rosa oder Weiß.
  • Gold und Gelb ist für feminine Kompositionen reserviert.

2. Lassen Sie sich nicht vom Preis und vom Image blenden.

Parfumkritiker Luca Turin hat in seinem Lexikon Perfumes – The A–Z Guide 1.500 Düfte unter die Lupe genommen. Sein Urteil: Der Preis sagt gar nichts aus. Und der teuer anmutende Markenname auch nicht. Denn die meisten Parfums werden weltweit von nur fünf Großunternehmen erzeugt. Das heißt, billige und teure Kreationen haben dieselbe Produktionsstätte. Wer also einen auf Parfumsnob macht, dem entgehen tolle, günstige Parfums wie Lovely von Sarah Jessica Parker oder Tommy Girl von Tommy Hilfiger. Und weil auch teure Nischenmarken gewinnorientiert arbeiten, ist nicht jedes Parfum über € 100,- automatisch herausragend.

Um die „Guten“ rauszuschnuppern: Blenden Sie Aufmachung, Preis und Namen des Duftes aus und vertrauen Sie nur auf Ihre Nase.

3. Machen Sie sich schlau!

Nein, Sie sind nicht dem (Un-)Wissen der Verkäuferin ausgeliefert. Im Internet gibt es Foren wie www.ausliebezumduft.de, in denen sich Parfumfans austauschen. Was das Ihnen bringt? Einen Überblick, welche Neuheiten am Markt sind, etwa. Oder welche Düfte (noch) als Geheimtipps gelten.

Apropos Geheimtipps: Duftmarken abseits vom Mainstream bekommen Sie in Spezialparfümerien wie Le Parfum, (Petersplatz 3, Wien 1), oder Duft & Kultur (Tuchlauben 17, Wien 1).

4. Lassen Sie sich nicht verwirren.

Früher war alles irgendwie einfacher: Der Anteil des reinen Parfumöls bestimmte, ob eine Kreation als...

  • „Parfum" (15 bis 40 Prozent),
  • „Eau de Parfum" (8 bis 15 Prozent),
  • „Eau de Toilette" (4 bis 8 Prozent),
  • „Eau de Cologne" (2 bis 5 Prozent) oder
  • „Splash" bzw. „Eau fraîche" (1 bis 3 Prozent) bezeichnet wurde.

Diese Richtwerte gelten auch heute - allerdings gibt es Schummeleien. Manche Eaux de Toilette und Eaux de Parfum sind ganz eigenständige Interpretationen eines Parfumklassikers. Grund für dieses Verwirrspiel: Die Parfumfirma muss so in keinen neuen Namen und Flakon investieren. Die eingeführte Marke dient als Zugpferd für die Neukreation.

5. Schnuppern Sie mit System

Damit Ihr Geruchssinn nicht frühzeitig ausgeschaltet wird: Nehmen Sie sich nicht mehr als fünf Kompositionen an einem Tag vor. Schnuppern Sie dabei nie direkt am Flakon. Sie bekommen so bloß die Kopfnote und jede Menge Alkohol in die Nase. Testen Sie die Parfums lieber an Duftkärtchen. Ist kein Teststreifen zur Hand, hilft dieser Trick: Sprühen Sie den Duft in die Flakonkappe, warten Sie 30 Sekunden und schnuppern Sie dann daran. Bestimmen Sie dann Ihre drei Favoriten - erst diese werden direkt auf die Haut gesprüht. Tupfen oder sprühen Sie jedes Parfum auf eine andere Körperstelle, zum Beispiel auf das Handgelenk oder auf die Innenseite des Ellbogens.

6. Schauen Sie auf die Uhr.


Laut Biorhythmus ist 17 Uhr die perfekte Zeit für einen Parfumtest. Grund: Unser Geruchssinn ist um diese Zeit am ausgeprägtesten.

7. Nehmen Sie sich Zeit.


Duftkauf ist keine Spontanentscheidung. Es dauert rund eine halbe Stunde, bis sich der endgültige Charakter eines Parfums entwickelt hat. Verlassen Sie deshalb die „duftende" Umgebung - das heißt, raus aus der Parfümerie, erledigen Sie Ihre anderen Besorgungen und klären Sie Ihren Geruchssinn, indem Sie beispielsweise an frischen Kaffeebohnen riechen (notfalls geht auch eine Tasse Kaffee). Danach sollte es Ihnen leichter fallen, sich für ein Parfum zu entscheiden. Sollte Ihnen aber kein Duft zusagen, heißt das nur: Setzen Sie die Suche an einem anderen Tag fort. Eine Duftidentität zu finden dauert. Und es eilt ja nicht, oder?

8. Nehmen Sie eine Freundin in die Parfümerie mit.


So wie eine schlechte Frisur oder das falsche Make-up kann auch ein unpassendes Parfum bei Ihren Mitmenschen negative Assoziationen auslösen. Fragen Sie eine Freundin, der Sie vertrauen, wie ein Parfum zu Ihnen passt.

9. Kaufen Sie nie den Duft der besten Freundin nach.


Und das nicht, weil Ihnen die Gute dann auf ewig böse ist. Finden Sie den Duft an der Freundin gut, heißt das noch lange nicht, dass er auch an Ihnen gut ist, denn: Ein Duft riecht an jedem Menschen anders. „Die Gründe dafür sind der pH-Wert der Haut und die Ernährungsgewohnheiten. Aber auch emotionale Stimmungen und sogar der weibliche Zyklus beeinflussen, wie sich ein Parfum entwickelt", erklärt Alexandra Kalle, Chef-Parfümeurin bei Mäurer & Wirtz.

10. Alt ist manchmal passender als neu.


Das Personal in Parfümerien ist darauf geschult, vor allem Neuerscheinungen an die Kunden zu bringen. Gelungene Klassiker geraten da schnell in Vergessenheit - und das ist schade. Unser Tipp: Gehen Sie ruhig mal mit alten Bestsellern wie Mitsouko von Guerlain, Angel von Thierry Mugler, Cuir de Russie von Chanel oder Aromatics Elixir von Clinique auf Schnupperkurs. Seien Sie aber nicht enttäuscht, wenn manche davon nicht mehr ganz genauso riechen wie früher. Die EU hat viele Parfumstoffe verboten, woraufhin die meisten Duftklassiker neu formuliert werden mussten.

 

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