Welcher Katertyp sind Sie?

Johnny, Jim und Jack waren gestern die besten Freunde. Heute entpuppen sie sich als die größten Feinde. Was der Kater über den Rausch aussagt und wie Sie ihn wieder loswerden, lesen Sie in der kleinen Kater-Kunde.

Kater-Typ: „Ich kann heute nicht klar denken"

So fühlen Sie sich:
Selbst die Frage nach Ihrem Namen ist im Moment eine echte Kopfnuss. Ein kleiner Trost: Sie leiden nicht alleine! Laut einer Studie kämpfen rund 47 Prozent aller Frauen bis zu 48 Stunden nach einem feucht-fröhlichen Abend mit Konzentrationsschwächen.


Warum?
Die Leber ist jetzt beschäftigt, den Alkohol abzubauen. Daher kann sie das sauerstoffangereicherte Blut nicht richtig filtern, das dem Geist die Nahrung bringt.


Wird schon wieder.
Eine ordentliche Portion Eierspeise macht dem Kater Beine. Denn vor allem im Dotter ist die Aminosäure Cystein enthalten. Die hilft der Leber bei ihrem Entgiftungsjob. Ein weniger bekanntes Anti-Kater-Mittel ist übrigens Knoblauch. Zwar erschreckt allein der Gedanke, die weiße Knolle in diesem geschwächten Zustand zu essen, aber sie enthält S-Allyl-Cystein. Also: runter mit den Spaghetti Aglio olio. Alternativ gibt's Knoblauch auch in Tablettenform - gerne mit den Vitaminen C und E, Betakarotin und Selen kombiniert - ein effektives und weitgehend natürliches Entgiftungsmittel.

Kater-Typ: „Mein Kopf explodiert gleich"

So fühlen Sie sich:
Kopfschmerz ist untertrieben. Sie wohnen heute morgen auf einer Großbaustelle, der Presslufthammer werkt direkt zwischen Ihren Ohren.

Warum?
Sie kennen südamerikanische Schrumpfköpfe? So ähnlich sieht jetzt Ihr Gehirn aus. Durch übermäßigen Alkoholkonsum wird dem Hirn nämlich Flüssigkeit entzogen. Es zieht sich zusammen und schreit dabei lautstark.

Wird schon wieder.
Den Katzenjammer mit einem Frühschoppen runterzuspülen, hilft - aber nur kurzfristig. Denn unsere Enzyme bauen zwar lieber Ethanol (= frischer Alkohol) ab als das schmerzhafte Methanol (= Fuselöle, die beim Abbau von Alkohol entstehen). Doch Alkohol ist bekanntlich keine Lösung. Auch Schmerzmittel helfen nur bedingt. Denn Aspirin kann den Magen reizen, Paracetamol die Leber. Besser: zwei Löffel Honig vor dem Zubettgehen einnehmen. Denn Fruchtzucker beschleunigt den Alkoholabbau. Sobald Sie wieder „Alkoholisches Post-Intoxikations-Syndrom" (offizieller Begriff für einen Kater) sagen können, ist alles wieder gut.

Kater-Typ: „Mir ist so schwindelig"

So fühlen Sie sich:
Die Erde dreht sich scheinbar schneller als sonst und da kommen Sie nicht mit.

Warum?
Nein, Sie sind nicht mehr betrunken. Der Kater fährt eben erst Stunden nach dem letzten Glas seine Krallen aus. Seinen Höhepunkt erreicht er, wenn der Alkohol bereits abgebaut ist. Schuld daran: Acetaldeyd - ein giftiges Zwischenprodukt, das im Körper beim Alkoholabbau entsteht und zu Essigsäure wird. Übrigens: Auch Nikotin hat im Zusammenhang mit Hochprozentigem eine fiese Funktion. Jeder Zig-Zug senkt den Alkoholspiegel. Doch während man gefühlsmäßig ausnüchert, verfolgt der Prosecco immer noch sein schmerzhaftes Ziel.

Wird schon wieder.
Machen Sie dem Kater Beine und gehen Sie eine Stunde an der frischen Luft spazieren. Das bringt den Kreislauf wieder in Schwung und kurbelt die Sauerstoffversorgung an. Verzichten Sie bitte gänzlich auf Saunabesuche. Alkohol rausschwitzen bringt nichts (siehe oben). Außerdem ist die Herzleistung jetzt reduziert und die heiße Luft kann zu einem Kollaps führen.

Kater-Typ: „Ich komme nicht in die Gänge"

So fühlen Sie sich:
Müde, matt, marode. Nicht genug, dass sich der Wecker wie eine Pauke anhört und die Augen lichtscheu sind wie Vampire, Ihr Körper fühlt sich auch noch schwer an wie ein LKW.

Warum?
Müde sind Sie, weil Sie zum Höhepunkt der Party normalerweise wahrscheinlich schon im Traumland unterwegs gewesen wären. Abgesehen davon lässt die Schlafqualität in betrunkenem Zustand zu wünschen übrig. Zwar macht Alkohol müde und beschleunigt das Einschlafen, indem er auf die Neurotransmitter beruhigend wirkt, allerdings sind Tiefschlafphasen kürzer, Wachphasen dafür länger.

Wird schon wieder.
Da müssen Sie durch. Kaffee hilft zwar, entzieht dem Körper aber weitere Flüssigkeit. Daher trinken Sie am besten zu jeder Tasse ein Glas Wasser und Fruchtsaft. Übrigens: Beim Wort Kater handelt es sich wahrscheinlich um eine Wandlung des Wortes „Katarrh", einer Bezeichnung für Erkrankungen und Entzündungen. In Frankreich heißt der Katzenjammer „hölzernes Maul", in Spanien „Meeresbrandung" und in Norwegen „Zimmermann".

Kater-Typ: „Das Klo ist mein bester Freund"

So fühlen Sie sich:
Ganz einfach: hundeelend. Zärtlichkeiten haben Sie jetzt nur für die Klomuschel übrig, die Sie innig umarmen.

Warum?
Während der Party mussten Sie die Tür mit dem Mädchen drauf öfter durchschreiten, weil Alkohol entwässernd wirkt. Jetzt, am Morgen danach, ist der Magen dann mehr als beleidigt, da er mit einer echten Vergiftung zu kämpfen hat.

Wird schon wieder.
Alkohol hemmt die Ausschüttung des Hormons Vasopressin, das eigentlich den Wasserhaushalt der Nieren regelt. Dadurch scheiden Sie zu viel Wasser aus und damit jede Menge wichtiger Mineralstoffe. Übrigens ist Vasopressin-Mangel auch zuständig für Erinnerungslücken, da er das Gedächtnis funktionsuntüchtig macht. Die Devise: Trinken! Ohne Prozente, dafür mit Kohlensäure. Etwa Mineralwasser. Der Sprudel belebt die Magenschleimhäute und sorgt für erhöhte Sauerstoffzufuhr. Das Hausmittel Alka Seltzer ist übrigens immer noch die beste Maßnahme. Die Acetylsalicylsäure stoppt den Schmerz, das enthaltene Vitamin C hilft dem Körper beim Entgiften und ein säureumsetzender Bestandteil räumt den Magen auf.

 

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