Welchen Einfluss hat die Wahl unserer Beauty-Produkte auf die Welt?

Was wir konsumieren, hat großen Einfluss auf unseren Planeten – klarerweise auch, wenn es um Beauty­produkte geht. Über den grünen Umbruch in der Branche und Prestigeprojekte, die sich sehen lassen können.

Welchen Einfluss hat die Wahl unserer Beauty-Produkte auf die Welt?

1. Bio seit 100 Jahren

Die Schweizer Naturkosmetikmarke Weleda setzte schon auf Naturkosmetik, als diese noch nicht so trendy war wie heute. Die Produkte sind Natrue-zertifiziert, tragen also ein internationales Naturkosme­tik­siegel; bei den Inhaltsstoffen wird auf höchste Bio­qualität geachtet. Um möglichst viele Menschen zu einem nachhaltigeren (aber umsetzbaren) Lebensstil zu ermutigen, startet die Marke jetzt einen eigenen Podcast: Mit gutem Beispiel will die Menschen dazu inspirieren, den eigenen Konsum zu reflektieren und schrittweise umzustellen. Die Themen reichen von Klimawandel und Zero-Waste-Gastronomie bis hin zu regenerativer Landwirtschaft. Host ist die Schau­spielerin Hannah Herzsprung.

2. Soziales Recycling

Die Welt erstickt in Plastik – dagegen muss jede*r von uns etwas tun. Das Unternehmen Henkel unterstützt eine der innovativsten Ideen in diesem Segment: die Plastic Bank. In Ländern ohne ausreichende Recy­clingsysteme sammelt die lokale Bevölkerung Plastik­abfall ein und erhält dafür in eigenen Sammelzentren Geld oder Sozialleistungen wie Nahrungsmittel, Schulgeld oder eine Sozialversicherung. Bisher gibt es mehr als 17.000 Sammler*innen auf der ganzen Welt, es wurde schon eine Milliarde Plastikflaschen gesammelt, die sonst ins Meer gelangt wären. Das gesammelte Plastik wird dann z. B. für das Packaging von Marken wie Nature Box wiederverwendet.

3. Schutz des Waldes

Kennt ihr den Spruch "Es gibt eine Maschine, die CO2 aus der Luft filtert und saubere Luft ausstößt, sie ist gratis und wächst von selbst nach – sie heißt Baum!"? Bäume sind eines der wirksamsten Mittel gegen den Klima­wandel. Auch deshalb hat sich das französische Kosmetikunternehmen Yves Rocher dem Schutz der Wälder verschrieben. Im Namen der haus­eigenen Umweltstiftung Fondation Yves Rocher (1991 von Jacques Rocher, Sohn von Unternehmensgründer Yves, gegründet) wurden bisher 100 Millionen Bäume gepflanzt; bis 2025 sollen es 135 Millionen werden. Unter dem Hashtag #plantforlife ist das Ziel Aufforstung, Awareness für Biodiversität und der Schutz der Artenvielfalt.

4. Liebe ohne Gewalt

Gewalt gegen Frauen hat in Österreich traurige Tradition. Dass auch Unternehmen, die vordergründig nicht mit dem Thema assoziiert werden, ihren Beitrag leisten wollen, ist ein positiver Nebeneffekt der neuen Social-Impact-Strategien vieler Beauty-Konzerne. Yves Saint Laurent Beauty möchte mit dem Projekt Liebe ohne Gewalt das Bewusstsein für Gewalt in Partnerschaften schärfen. Die Beauty-Marke hat sich verpflichtet, die Forschung in diesem Bereich zu unterstützen, Mitarbeiter*innen zu schulen und bis 2030 weltweit zwei Millionen Menschen gemeinsam mit lokalen Non-Profit-Organisationen aufzuklären. In Österreich unterstützt die Marke den Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser.

Tierversuche für Kosmetik sind seit 2013 in der EU verboten. Aber bleibt das auch so?

5. Nie mehr Tierversuche

Wusstet ihr, dass in vielen Ländern immer noch Tiere gequält werden, um die Verträglichkeit von Kosmetik zu testen? In der EU sind solche Tierversuche für Kosmetik seit 2013 verboten. Damit das so bleibt, rufen die Beauty-Marken Dove und The Body Shop Verbraucher*innen dazu auf, die Europäische Bürgerinitia­tive von People for the Ethical Treatment of Animals (Peta) und anderen Tierschutzorganisationen zu unterstützen. Für die Kampagne hat Künstlerin Nina Valkhoff aufmerksamkeitsstarke Wandmalereien in Paris, Mailand, Madrid und Berlin gestaltet. Unter eci.ec.europa.eu/019/public/#/screen/home kann man die Petition unterschreiben.

6. Kinderfreunde

Weihnachtsgeschenke shoppen und dabei Gutes tun – Beautynistas wissen, dass die Weihnachtskollektion von Acqua di Parma jedes Jahr zu den Highlights der Holiday-Kollektionen zählt. Heuer kommt auch noch ein schöner Grund dazu: Mit jedem gekauften Produkt der heuer von Emilio Pucci designten Kollektion unterstützt man die Kampagne Rewrite the Future von Save the Children. Die international agierende Organisation setzt sich seit über 100 Jahren für gefährdete und so­zial benachteiligte Kinder ein.

7. Auf zu sauberen Ufern

Wasser ist für die Herstellung von Kosmetikprodukten ein essenzieller Rohstoff. Gleichzeitig belasten viele Inhaltsstoffe die Weltmeere und in Flüssen und Seen findet sich immer mehr Plastikmüll. Deshalb kooperiert Biotherm seit 2020 mit der Surfrider Foundation Europe – die gemeinnützige Organisation setzt sich für den Schutz von Küsten und Gewässern ein. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane, Flüsse und Seen zu sensibilisieren. Freiwillige Helfer*innen aus ganz Europa haben bisher bei mehr als 1.100 Müllsammelaktionen an Stränden und Ufern mitgemacht. In Österreich gab es dazu die Aktion Water Lover Clean-up im Nationalpark Donau-Auen in Hainburg an der Donau: Dabei wurden auf zwei Kilometern 16 Vierzig-Liter-Müllsäcke mit Abfall gefüllt. Weitere Aktionen sollen folgen.

 

Aktuell