Weihnachtsbräuche

Warum taucht man in Gmunden nach Christbäumen? Weshalb warten wir darauf, dass Barbarazweige im Dezember blühen und warum ist die Thomasnacht ein Lostag? Reinhard Kriechbaum erklärt in seinem Buch „Weihnachtsbräuche in Österreich“ junge und altbekannte Brauchtümer rund um Weihnachten und Neujahr.

Barbara in der Blumenvase

Jahr für Jahr kaufen unzählige Menschen kahle Barbarazweige, stecken sie am 4. Dezember in eine Vase und warten darauf, dass sich am Heiligen Abend die ersten Blüten zeigen. Doch warum eigentlich und wer war Barbara?


Die volkstümliche Heldin, deren Existenz historisch gesehen nicht gesichert ist, gilt eigentlich als Patronin der Bergleute. Ihr Gedenktag ist der 4. Dezember, an dem Kirsch- oder auch Apfelzweige geschnitten und ins Wasser gestellt werden. Blühen sie bis Weihnachten, wird dies in der Tradition als Sinnbild für die Geburt des Erlösers, das Aufblühen einer neuen Zeit oder auch als Zeichen der Aufmunterung gesehen. Manche meinen auch, die blühenden Zweige würden eine Hochzeit im folgenden Jahr vorhersagen.

Die Legende besagt, dass Barbara einen Heiden hätte heiraten sollen, sich dagegen wehrte, vor ihrem Vater floh und sich Felsen öffneten, um sie zu verbergen. Sie wurde jedoch verraten, wanderte ins Gefängnis und wurde schließlich enthauptet. Auf dem Weg in die Gefangenschaft soll sich ein Kirschzweig in ihren Kleidern verfangen haben. Diesen setzte sie in einen Krug voll Wasser, am Tag ihres Todes zeigten sich die ersten Blüten.

Christbaumtauchen

In zehn Metern Tiefe liegt ein rund 1,70 Meter großer Weihnachtsbaum, geschmückt mit einer Lichterkette. Was er dort macht? Er wurde versenkt und wartet nun darauf, wieder an die Wasseroberfläche geholt zu werden. Was sich nach einem Streich anhört, ist das bereits zur Tradition gewordene Christbaumtauchen in Gmunden.
1966 wurde hier der erste Christbaum heraufgetaucht.

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Weihnachtsbräuche in Österreich
von Reinhard Kriechbaum
Anton Pustet Verlag, € 24,-
Ursprünglich, um den Kindern des SOS Kinderdorfs Altmünster eine Freude zu machen. Gleichzeitig sollte den im See verunglückten Menschen gedacht werden. Der Brauch sieht außerdem vor, dass am Ende der Veranstaltung Kinder mit kleinen Gaben beschenkt werden. Organisiert wird das Event im kühlen Nass am letzten Samstag vor dem Heiligen Abend von der Wasserrettung und dem Tauchclub Altmünster.

Blick in die Zukunft


Wussten Sie, dass Sie in der Thomasnacht am 21. Dezember so manches über Ihre Zukunft erfahren können? In dieser Nacht wird „gelost" oder besser gesagt: Man hört auf die Natur und deutet sie. Früher suchte man sich dazu eine Wegkreuzung und lauschte für einige Zeit den Geräuschen. Die Zeichen waren dabei recht eindeutig: Das Bellen eines Hundes deutete auf Neuigkeiten aus der betreffenden Richtung hin, Licht warnte vor einem Brandunglück, Singen oder Jauchzen verhieß eine Hochzeit.
Heute zieht man nachts in größeren Gruppen los, liest Gespenstergeschichten und lauscht der Stille - weniger, um die Geräusche zu deuten, sondern vielmehr, um in sich selbst hineinzuhören.


Diese und weitere Bräuche rund um die Adventszeit, Silvester und den Dreikönigstag finden Sie in dem Buch „Weihnachtsbräuche in Österreich" (siehe Infobox links).

 

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