Wegen Menstruation weggeschickt: Frau und Söhne in Hütte gestorben

Der tödliche Brauch Chhaupadi hat - trotz Verbot - wieder einmal Menschenleben in Nepal gekostet.

Obwohl die nepalesische Regierung den tödlichen Brauch Chhaupadi im Jahr 2005 verboten und im vergangenen Jahr Strafen eingeführt hat, wird er in vielen Gebieten weiterhin praktiziert. Jetzt forderte die Tradition, bei der Frauen in Hütten oder den Wald geschickt werden, während sie menstruieren, drei Todesopfer. 

Frau in Nepal

Eine 35-jährige Frau und ihre zwei Kinder sind in Nepal beim Brand einer sogenannten Menstruationshütte ums Leben gekommen. Das Feuer hat die Mutter vermutlich gemacht, um sich und ihre Kinder zu wärmen. Die Temperaturen können nachts in den zweistelligen Minusbereich gehen. Laut Polizeiangaben sind die drei an einer Rauchgasvergiftung gestorben. 

Chhaupadi fordert Todesopfer und ermöglicht Gewalt

Während der Zeit, in der die Frauen weggeschickt werden, dürfen sie für niemanden sichtbar sein. Sollte ein Mann sie sehen, müssen sie hinunter auf die Knie und sich entschuldigen. Häufig kommt es jedoch zu Entführungen und Vergewaltigungen.

Und mit der Menstruation alleine ist es nicht getan: Selbst nach einer Entbindung müssen Frauen eine Woche außerhalb des Hauses schlafen, unter unhygienischsten Zuständen, und mit ihren Neugeborenen. Die Folge: In den Regionen, wo Chhaupadi praktiziert wird, gibt es eine stark erhöhte Mütter- und Kindersterblichkeit.

Nach Angaben von Frauenrechtsorganisationen sind in den vergangenen zehn Jahren mindestens zwölf Frauen in Nepal gestorben, weil sie aus ihren Häusern verbannt wurden.

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