Weekend in Istanbul

Diesmal reiste miss zum letzten Mal mit Restplatzbörse in eine europäische Stadt und verrät euch hier die besten City-Tipps. Reisewillige und Kurzentschlossene müssen einfach nur weiterlesen. Den Rest haben wir bereits erledigt.

Freitag, 14.00
Was macht man, wenn man in Istanbul ankommt, es 33°C hat und man etwa übermüdet von der Reise ist? Genau, man geht in den Hamam, genauer gesagt das Caglalogu Hamam (Prof. Kazim Ismail Gürkan Caddesi 34). Das Bad stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist eines der originalsten der Stadt. Ein türkisches Bad darf man sich nicht wie ein Dampfbad bei uns vorstellen. Es ist viel weniger heiß und super entspannend, auch im Sommer. Ich buche das „Luxustreatment", was soviel heißt wie dass eine türkische „Bademeisterin" mich mit Seife von oben bis unten einschäumt, abrubbelt, massiert und mir zum Schluss sogar die Haare wäscht. Männer und Frauen sind hier übrigens streng getrennt. Der Besucht hat sich gelohnt: Ich bin wieder wach und meine Haut fühlt sich an wie ein Babypopo.

Blaue Moschee

16.00
Zu Fuß geht es weiter zur Blauen Moschee (Sultan Ahmet Camii), einem der beeindruckendsten Bauwerke der Stadt. Das Besondere sind die sechs Minarette (sowas findet man nicht mal in Mekka). Passiert ist da nur, weil der Architekt damals „6" (türk. „alti") und nicht gold (türk. „altin") verstanden hat und dem osmanischen Kaiser den falschen Wunsch erfüllte. Es erweist sich von Vorteil, dass ich eine lange Hose und ein Kapuzenshirt dabeihabe. Leicht bekleidet darf man nicht rein.

miss-Tipp: Wer sich gerne Moscheen ansieht, sollte zumindest immer ein Tuch mitnehmen. Macnhmal gibt es aber am Eingang etwas zum Ausleihen. Eine Kollegin, die meinte, im Inneren der Blauen Moschee würde es nach Fußschweiß stinken, hatte im übrigen unrecht. Soooo schlimm war´s nicht... Die Hagia Sophia, das zweite wichtige & sehenswerte Gebäude der Stadt, ist gleich gegenüber: Sie war übrigens früher eine Kirche und erst später eine Moschee. Wer sich nicht gerne lange anstellt, sollte entweder sehr früh (ab 9.00 Uhr) oder sehr spät (ab 17.00 Uhr) vorbeischauen.

20.00
Den besten Kebab der Stadt (z.B. mit Pistazien) gibt's im Restaurant Hamdi (Tahmis Caddesi Kalcin Sokak N° 17). Unbedingt in den obersten Stock fahren und nicht im Garten essen. Der Blick über die Stadt ist nämlich fantastisch. Mit Augenaufschlag bekommt man sogar ohne Reservierung einen Tisch! Alternative: die Gegend rund um den Galata-Turm. Hier sitzen Jugendliche auf der Straße, trinken Bier oder tanzen spontan zu türkischer Musik. Gutes Essen gibt's z.B. im Günay Lokanta (Büyükderen Cad. Beytem Plaza N° 20/A). Gleich um die Ecke liegt Istanbuls Antwort auf die Mariahilfer Straße, die Mesrutiyet Caddesi.

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Anreise & Unterkunft
Turkish Airlines fliegt 2x täglich direkt von Wien nach Istanbul. Preise für September gehen ab c.a €230,- los.

Für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten kostet das Visum €15,-. Gezahlt wird nach der Ankunft in Istanbul.

Der aktuelle Umrechnungskurs : €1 = 2,5 türk. Lira

Bequemes Transportmittel ist die Straßenbahn. Verkauf werde nur Jetons für einfach Fahrten. Kostet ca. 70 Cent.

Achtung vor Betrügern! Besonders vor Schuhputzern sollte man sich fernhalten. Die lassen erst gerne die Bürste fallen und wenn man sie dann aufhebt, bieten sie einem an, die Schuhe zu putzen – was dann aber ordentlich kostet.

Das miss-Team wohnte im Hotel Hypnos. Das kleine Boutiquenhotel liegt im Stadtteil Sirkeci. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Topkapi-Palast und Hagia Sophia erreicht man bequem zu Fuß. Das Personal ist außerdem sehr hilfreich mit City-Tipps. DZ (inkl. Frühstück) kostet ca. €129,- pro Nacht. www.hypnoshostel.com

Die gesamte Reise ist buchbar bei restplatzboerse.at

Samstag, 10.30
Sicher, der Topkapi-Palast ist ein Muss. Unser Highlight war aber die alte, unterirdische Zisterne Yerebatan Sarayi (Yerebatan Caddesi N° 7). Spätestens hier bekommt man die nötige Portion Orient-Feeling. Danach geht's zum Grand Bazaar Kapali Carsi. Der überdachte Bazaar ist ungefähr so groß wie fünf Fußballfelder, es gibt z.B. eine ganze Straße nur für Schmuck oder für Hosen. Dementsprechend leicht verirrt man sich hier. Dass man ständig von Verkäufern angequatscht wird, muss man mögen. Ich bin bald wieder geflüchtet.

12.00
Beyoglu ist sowas wie das Soho Istanbuls. Hier kann man perfekt kleine Shops und Lokale entdecken. Einfach bei der Straßenbahnhaltestelle Tophane aussteigen. Wenn es heiß ist, erfrischt ein Ayram (der typische, türk. Joghurt-Drink), z.B. im Dai Pera (Yeni Carsi Caddesi N° 54).

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14.00
Es ist sauheiß (38°C!), aber ein Strandbad ist nirgends weit und breit zu sehen am Bosporus.

miss-Tipp: Wer in der Stadt schwimmen gehen will, kann das z.B. Im Stadtteil Kurucesme, genauer gesagt im chicen Beachclub Suada (Galatasaray Adasi) mit Salzwasserpool, der direkt in den Bosporus reingebaut ist. Gut, die Tageskarte ist nicht ganz billig, aber der Sprung ins kalte Nass war es wert. Außerdem verstehen es die jungen, gut aussehenden Türken hier schon nachmittags ordentlich abzufeiern.

20.00
Am besten gleich ein Taxi weiter nach Bebek nehmen, um abends hier auszugehen. Von Taksim oder Sirkeci kann man durchaus zwei Stunden im Stau stecken (mir so passiert!), um nach Bebek zu kommen. Bis vor wenigen Jahren gab es hier nur öde Fischrestaurants, heute blüht die Gegend von Clubs und Bars.

miss-Tipp: das Lucca (Cevdetpasa Caddesi N°51). Hier trifft man schon mal Models & Celebrities. Angst vor Staus? Der Stadtteil Taksim hat ebensoviel Nightlife zu bieten. Immer einen Besuch wert ist das 360° (Istiklal Caddesi Misir Apt. N°11) in Beyoglu.

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Sonntag, 11.00
Eine Bootsfahrt am Bosporus muss sein. Die Schiffe fahren von Eminönü weg.

miss-Tipp: Eine kleine Tour reicht vollkommen. Die kosten nur ca. drei Euro. Die großen dreistündigen Touren kosten ca. zehn Euro und man ärgert sich, wenn man in einem Örtchen wie Anadolu Kavagi eine Stunde Rast macht, wo es nur blöde Touri-Lokale gibt. Alternative: Mit der Fähre (kostet nur 70 Cent) in den asiatischen Teil nach Karaköy fahren und dort gemütlich rumspazieren.

15.00
Genug von alten Bauten? Das Museum Istanbul Modern (Meclisi Mebusan Caddesi, Liman Sahasi, Antrepo 4) ist echt einen Besuch wert, besonders die Bibliothek, wo Bücher von der Decke baumeln.

16.00
Ein Geheimtipp ist das Viertel Zeyrek, wo man noch Holzhäuser aus dem alten Istanbul sehen kann, Kinder auf der Straße spielen und schon mal Kamerateams Außenaufnahmen für Filme drehen. Hier ist man garantiert der einzige Tourist weit und breit. Sehenswert ist auf jeden Fall auch die zweitgrößte (nach der Hagia Sophia) noch erhaltene byzantinische Kirche dort.

18.00
Schade, es geht schon wieder zum Flughafen. Noch schnell die besten Mitbringsel checken: z.B. den typischen, türkischen Apfeltee (sehr süß, aber gut!), echten Safran (nicht ganz billig, aber sehr ergiebig) oder ein Buch des türkischen Bestsellerautors Elif Safak (gibt's z.B. auf Englisch) - ein Stück Istanbul für zu Hause.

 

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