Wedge-Sneaker

Man könnte meinen, die Welt habe sich totgesehen an ihnen. Das scheint aber nicht überall angekommen zu sein. Einige sture Verfechterinnen des Keilabsatzes unter den Turnschuhen leisten heftigen Widerstand. Sie halten allen Ernstes dem unmöglichsten Schuh der letzten Jahre, erfunden von Isabel Marant, die Treue.

Es ist ein sich zäh und schier endlos dahin ziehendes Trauerspiel. Einst hatte die französische Designerin Isabel Marant, eine durch und durch sympathische Designerin mit einer lässigen Attitüde, eine Idee. Frauen (sie hatte wahrscheinlich vor allem Großstädterinnen aus Paris vor Augen) sollten einfach ein wenig bequemer durch ihren Alltag gehen. Eine grundsätzlich gute Idee - den schicken Französinnen in der Hauptstadt aber sicher nicht einfach beizubringen. Doch siehe da: Der Erfolg von Isabel Marants Zwitter-Schuh war wohl ein Sieg der Bequemlichkeit über all' die elenden Absätze, die so gerne im Kopfsteinpflaster stecken bleiben.

Die Epedemie des Sneaker mit Keilabsatz

Dass aus der Schuh-Idee aber gleich eine ganze Epedemie werden sollte, hat die Designerin ja nicht ahnen können. Denn plötzlich war alles anders. Überzeugte High-Heel-Trägerinnen wollten nichts anderes als den Turnschuh mit Keilabsatz. Der komme, so die Erkenntnis, immerhin der modischen Quadratur des Kreises nahe. Und die lautet: Ich kann Turnschuh, aber auch Absatz.

Dem Verkaufserfolg des Marant-Originals und etlicher Kopien zufolge wollen es die Frauen heute bequem - aber irgendwie auch nicht. Hauptstache, die Schuhe machen sie wie die heiß geliebten High-Heels größer als sie sind. Wie verrückt die stolzen Schuhbesitzerinnen, die hunderte Euro für "echte Marants" hinblätterten, in den letzten Jahren unterwegs waren, verraten auf Youtube eine Menge Videos.

In denen werden die Schuhe, wie hier das Modell "Bekket", sorgsam ausgepackt und jedes noch so kleine Detail vorgeführt - mehr passiert darin absurderweise eigentlich nicht. Kurz und gut: Der Sneaker-Schuh wurde in den letzten Jahren zum Fetisch-Objekt - angespart und angebetet.

Im Moment macht allerdings ein anderer Turnschuh dem Modell mit Keilabsatz Konkurrenz. Adidas hat in diesem Frühjahr das Turnschuhmodell Stan Smith aus dem Jahr 1971 wieder aufgelegt. Damit fegte damals der US-amerikanische Tennisspieler Stan Smith über die Plätze.

Heute würde sich dieses simple Modell zwar kein Profi-Spieler mehr umschnüren, dafür aber die nach Abwechslung verrückte Modewelt. Die ist nämlich wieder ganz auf den Geschmack der flachen Sohle gekommen. Videos gibt es übrigens auch schon dazu - allerdings hat deren Verbreitung Adidas fürs Erste selbst in die Hand genommen. Mal sehen, wo das hinführt.

Und Sie, was denken Sie über die Sneaker mit dem Keilabsatz?

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