Was wurde aus Ms. Future Husband?

Meghan Trainors neue Single ist überraschend gut. Müssen wir ihr für den Sexismus im ersten Album vergeben?

Könnt ihr euch noch an Meghan Trainors mitreißende Songs erinnern, die ihrem Debut-Album "Title" zu sofortigem Erfolg verhalfen? Der Gute-Laune-Titel "All about that bass" war von 50er-Retro-Vibes und einem unwiderstehlichen Rythmus getragen und klang beim ersten Mal Hören nach Body Positivity, beinhaltete aber auch die sexistischen Textzeilen: "Boys like a little more booty to hold at night", und "Go ahead and tell them skinny bitches that". Dennoch war bald klar, dass Meghan Trainor kein One-Hit-Wonder sondern eine talentierte Songwriterin ist, und sie legte mit dem Song "Lips Are Movin" nach. Ihre dritte Single Auskopplung "Dear Future Husband" war dann nur mehr eine Ansammlung sexistischer Klischees einer hysterischen Hausfrau, die sich am liebsten um Einkäufe und Kochen kümmert.

"Title" war definitiv ein gutes Pop-Album und dementsprechend erfolgreich war es auch, aber für ihre Lyrics kassierte Meghan Trainor einiges an Kritik. Umso überraschter sind wir von "No".

"No" ist die Lead Single von Trainors zweitem Album, dass am 13. Mai bei Epic Recors veröffentlicht wird. Und zu Trainors Neuerfindung samt braunen Haare und weniger 50s Vibes hat sie wohl auch den Sexismus für eine Portion Feminismus eingetauscht. Sind all diese echauffierten Artikel, die wir schreiben, am Ende doch nicht umsonst? "No" ist mehr oder weniger eine "No means no"-Hymne.

Trainor singt von Männern, die ein "Nein" einfach nicht akzeptieren wollen und empowert Frauen mit den Zeilen:

"All my ladies listen up
If that boy ain't giving up
Lick your lips and swing your hips
Girl all you gotta say is...

My name is no
My sign is no
My number is no
You need to let it go."

Das ganze klingt ein bisschen wie eine Mischung aus Britney Spears' "Stronger" (Wieso kann nicht alle Musik nach dem Jahr 2000 klingen?) und Ariana Grandes "Focus", und es fetzt ziemlich rein. Wir sind ein Fan der neuen Meghan Trainor, man muss ja auch vergeben können. Wozu färbt man sich sonst die Haare?

 

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