Was wir Frauen in der Karenz falsch machen

Männer schaffen es besser während der Karenz den Kontakt zum Arbeitgeber zu halten und bleiben nicht so lange weg – so das Ergebnis einer Studie der Arbeiterkammer von 2013. Davon können Frauen sich noch einiges abschauen.

1095 Frauen und 33 Männer haben den Fragebogen ausgefüllt, den die Arbeiterkammer Wien in Kooperation mit dem Institut für höhere Studien 2013 verschickt hat. Das Ergebnis kann nachdenklich machen: Männer gingen maximal drei Monate in Karenz und hielten in dieser Zeit auch ständig Kontakt zum Arbeitgeber, in dem sie zum Beispiel die Weiterbildungsmaßnahmen desselben genutzt haben.

AK Rechtstipp zur Karenz.

Die Ergebnisse

Jede zweite Frau bleibt bis zum zweiten Geburtstag zuhause. Je höher die Ausbildung, desto früher ist der Wiedereinstieg geplant. So wollten 40 Prozent der Akademikerinnen längstens nach 18 Monaten wieder in ihren Job zurückkehren, bei Frauen mit Matura sind es nur 22 Prozent, ohne Matura gar nur noch 15 Prozent. Letztere sind auch häufig unzufrieden mit der vorherigen Arbeit, weil diese wegen der Arbeitszeiten und einer langen Anreise oft nicht mit der Kinderbetreuung zu vereinbaren ist. Jede dritte ohne Matura plant einen Jobwechsel, während zwei von drei Akademikerinnen ihre Rückkehr schon fix vereinbart hat.

Was wir aus der Studie lernen können?

  • die geplante Rückkehr möglichst früh dem Arbeitgeber melden, so dass dieser weiß, wann er wieder mit einem rechnen kann
  • auch während der Karenz den Kontakt zum Arbeitgeber halten
  • Weiterbildungsmaßnahmen des Arbeitgebers dürfen auch in der Karenz genutzt werden
  • eine frühere Rückkehr stärkt sicher auch die Bindung von Arbeitnehmer und Arbeitgeber
  • nicht vergessen sich rechtzeitig um einen Kinderbetreuungsplatz zu kümmern. In Wien informiert z.B. die Wiener Kinderdrehscheibe über freie Plätze
 

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