Was wäre, wenn wir flüchten müssen?

Was, wenn man aus seinem Zuhause flüchten muss, alles aufgeben, sein Leben, seine Existenz hinter sich lassen muss, vielleicht sogar von seinen Lieben getrennt wird? Und dennoch hinterfragen wir Flüchtlingsdramen wie jene im Mittelmeer viel zu wenig. Amnesty International hat einen aufrüttelnden Spot zum Thema gedreht.

Fast täglich hören wir von Flüchtlingen, die aus ihren Ländern fliehen, die versuchen, mit Hilfe von Schleppern das Mittelmeer zu überqueren, die dabei ihr Leben aufs Spiel setzen. Viel zu oft kommen dabei Menschen ums Leben. Und wir in Europa stecken diese Menschen in Lager, wo sie dann darauf warten, dass entschieden wird, ob sie bleiben dürfen oder gleich wieder zurück in die Heimat befördert werden.

Was wäre, wenn es nicht Afrikaner wären, die fliehen, sondern Europäer, die auf die Hilfe der Afrikaner angewiesen sind? Amnesty International hat den Spieß umgedreht und einen Spot gedreht, in dem genau das der Fall ist. Der Spot ist zwar schon zwei Jahre alt, ist aber immer noch topaktuell und wurde nun wieder auf Facebook gepostet.

Für alle, die denken, das Schicksal der Flüchtlinge gehe uns nichts an.

Posted by Amnesty International Deutschland on Mittwoch, 22. April 2015

Auch Stars setzen sich mit der #gegenUnrecht-Kampagne gegen das Massensterben im Mittelmeer ein.

„Die Gleichgültigkeit Europas hat diese beispiellose Tragödie mitverursacht. Es gibt nur eine einzige, mögliche Reaktion darauf: sofortige humanitäre Hilfe, im Zusammenwirken aller Nationen.“

Josef Hader, Kabarettist


"Wir sind eine Welt - ob wir wollen, oder nicht. Es wäre besser für uns, wenn wir das begreifen, solange es uns noch gibt. Ich fordere insbesondere die Politik auf, alles dafür zu tun, dass Flüchtlingen geholfen wird, in Europa eine Heimat zu finden, wenn ihnen diese anderswo genommen wurde."

Karl Markovics, Regisseur, Schauspieler


"Werden wir unseren Kinder sagen: Das haben wir alles nicht gewusst? Die Verantwortung für die Festung Europa und den Folgen für hunderttausende Menschen können wir weder jetzt noch in Zukunft jemand anderem umhängen."

Elisabeth Scharang, Filmemacherin


„Ich glaube, es geht wirklich nur so, dass in Europa ganz viele aufstehen, sich versammeln und sagen: So können wir nicht weitermachen, wir wollen nicht weiter Menschen ertrinken lassen. Die EU darf keine Staatengemeinschaft sein, die nur dann zusammensteht, wenn es etwas zu gewinnen und zu regulieren gibt, die aber jedes Mal, wenn Flüchtlinge vor Italiens Küsten ertrinken, nur geschockt zuschaut. Es braucht eine europäische Seenotrettungsoperation und es braucht endlich eine ordentliche, gemeinsame Flüchtlingspolitik.“

Doris Knecht, Kolumnistin und Schriftstellerin

 

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