Was unsere Handschrift über uns aussagt

Unsere Handschrift gibt Aufschluss über unseren Charakter ebenso wie über unsere Gefühlslage. Expertin Julia Nagy erklärt, wie Schriften sich unterscheiden und wie sie sich im Laufe des Lebens entwickeln.

"Jede Handschrift ist Gehirnschrift. Alle Bewegungen, daher auch Schreibbewegungen, kommen durch Befehle zustande, die vom Gehirn ausgehen. Auf ein Papier fixierte Geste. Und diese Gesten drücken seelisches Verhalten aus," weiß Julia Nagy, diplomierte Graphologin (www.graphologie.co.at). "Auf der ganzen Welt gibt es nicht zwei Menschen mit genau der gleichen Handschrift. Es ist möglich, aus der Schrift Erkenntnisse über die persönliche Eigenart eines Menschen zu gewinnen, die hochgradig sicher sind."

Ein professioneller Blick auf die Handschrift eines Menschen offenbart also nahezu alles über ihn oder sie?

Nicht ganz. Denn um Graphologie professionell betreiben zu können, sind Julia Nagy zufolge auch psychologische und tiefenpsychologische Kenntnisse nötig: Das Gegenüberstellen von Ganzheit und Einzelmerkmalen benötigt die richtige Relation. Weiters müssen dem Experten Alter, Geschlecht, Bildungsgrad, Beruf und Nationalität bekannt sein, denn aus diesen Daten werden wichtige Rückschlüsse auf das erlernte Schriftsystem gezogen und nötigenfalls Abweichungen berücksichtigt.

Sagt man Frauen berechtigterweise die schönere Handschrift zu oder handelt es sich dabei lediglich um ein Klischee?

Julia Nagy ist sich sicher: "Es gibt genug Männer, die eine sehr schöne Handschrift haben." Von vornherein könne man das Geschlecht anhand der Handschrift nicht erkennen.

Ebensowenig kann man auch das Alter feststellen: Ein Graphologe kann nur erkennen, ob ein Schreiber jugendlich ist, nicht, ob er tatsächlich auch jung ist. Denn ab dem 30. Lebensjahr verändert sich das Schriftbild meist gar nicht mehr.

Die Hauptunterscheidungsmerkmale und ihre Bedeutung

1. Das Bewegungsbild: zum Beispiel die Art der Verbindung zwischen Buchstaben, Druckstärke. Gibt Auskunft über Anlagen, Chancen und Fähigkeiten, Gefühle und Triebe.

2. Das Formbild: z.B. Länge, Größe, Wortabstand, Zeilenabstand. Gibt Auskunft über unbewusste Wünsche, Ideale, treibende Kräfte.

3. Das Raumbild: z.B. Regelmaß, Endzüge, die Art der Oberzeichen. Gibt Auskunft über das Verhalten gegenüber Mitmenschen, die Auseinandersetzung mit der Umwelt.

 

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