Was tun, wenn dir dein*e Partner*in immer für alles die Schuld gibt

Die Chancen stehen nämlich ziemlich gut, dass du nicht für alles verantwortlich bist, was im Leben deiner*s Partner*in schief läuft.

Was du tun kannst, wenn dir dein*e Partner*in an allem die Schuld gibt

Jemand anderem die Schuld an den eigenen Problemen zu geben, ist grundsätzlich eine sehr menschliche Sache. Man mag ja nur ungern zugeben, dass man etwas verbockt hat. Es braucht einiges an Reflexion und Stärke um sich einzugestehen, dass nicht in jeder Situation "die Anderen" oder der*die Partner*in der Ursprung allen Übels ist, sondern man selbst nicht unbeteiligt ist. Manchmal ist man zu wütend oder traurig, um das zu erkennen. Nur: Schuldzuweisungen machen eine Kommunikation auch schnell ungesund und toxisch. Wie du aus den ewigen Schuldzuweisungen am besten rauskommst:

1) Sag, wie es dir geht

Mach klar, dass du dich fühlst, als würde die gesamte Schuld auf dir abgeladen werden - und das so schnell und deutlich wie möglich. Schuldzuweisungen können schnell zu einem Muster in einer Beziehung werden, das nur schwer zu durchbrechen ist.

2) Sprecht klar und sanft miteinander

In Konfliktsituationen haben Worte wie "nie", "immer", "alles" und "nie" nichts verloren. Wenn dein*e Partner*in glaubt, dass du "immer" Schuld an "allem" hast, existiert ein grundsätzliches Problem in eurer Beziehung. Versucht, auch im Streit in dem Moment zu bleiben, um den es geht und nicht alle Verfehlungen der letzten Jahre nochmal aufzuarbeiten. Eine Paarbeziehung besteht aus zwei Menschen, und beide bringen ihre Vergangenheit, Eigenheiten und Streitfragen mit. Das ist auch okay, solange ihr offen und klar miteinander kommuniziert.

3) Dreh den Moment um

Wenn du mal wieder hörst, woran du nicht alles Schuld sein sollst, halte kurz inne und frag dein*e Partner*in: "Okay, und was willst du deswegen jetzt tun?". Schuldzuweisungen können auch eine schlechte Angewohnheit sein, die sich schon vor Jahren kultiviert hat. Und damit geht man am besten um, indem man den Moment in eine praktische Handlungsanweisung umdreht. Plötzlich ist der*die Schuldzuweiser*in in der Verantwortung, die Situation in den Griff zu bekommen.

4) Und nimm dich nicht komplett raus

Es macht meistens Sinn, über die eigene Rolle in einer Konfliktsituation nachzudenken - besonders, wenn es um die Beziehung geht. Überleg mal, worum es eigentlich gehen könnte. Liegt es tatsächlich an dir? Bist du unaufmerksamer oder gereizter als sonst? Ziehst du dich zurück oder verlangst du mehr als sonst? Wenn ja, dann sprecht darüber. Was auch immer tatsächlich deine Schuld sein sollte, das nimm auch so an. Aber lass dich nicht übers Ohr hauen! Mit einer offenen und ehrlichen Kommunikation könnt ihr die Grenzen der Schuldzuweisungen gut ausloten.

5) Versuch, die Wurzel des Problems zu finden

Es kann sich herausstellen, dass dein*e Partner*in tatsächlich wegen irgendetwas unrund ist, worauf du keinen Einfluss hast und ihren*seinen Stress auf dir ablädt. Und: Das musst du nicht aushalten. Versuch, sie*ihn darauf hinzuweisen, was hier gerade bei euch passiert - und wo das Problem wirklich liegt.

6) Zieh Grenzen - und beende das Gespräch

Wenn gar nichts mehr geht, dann: geh! Es hat keinen Sinn, wenn ihr euch in einem aufgeladenen Gespräch im Kreis dreht. Manchmal wirkt es Wunder, die Konfrontation auf später zu verlagern.

 

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