Was tun, wenn der Scheidenpilz immer wiederkommt?

Viele Frauen kennen das Leid: Wenn der Intimbereich immer und immer wieder von einem Pilz oder einer Infektion heimgesucht wird.

Jucken, Brennen, unangenehmer Geruch, Ausfluss: Frauen kennen das Leid, das mit einem Scheidenpilz einhergeht. Leider züchten wir uns die Krankheiten durch übertriebene Intimpflege oft selbst: Wir haben bereits berichtet, wie Seifen und Intimsprays den vaginalen PH-Wert aus dem Gleichgewicht bringen. Aber was kann dahinter stecken, wenn Pilze oder Infektionen immer und immer wieder kommen?

Vorsicht bei Wäsche aus Kunststoff

Oft als sexy angepriesen, kann sich Unterwäsche aus Kunststoff negativ auf die Scheidengesundheit auswirken, da sie stärker am Scheideneingang reibt als Wäsche aus Naturfasern. Dadurch können Keime leichter eindringen. Da wir ständig daran erinnert werden, wie "heiß" Synthetikdessous aussehen, mag das schwer fallen, wer aber schon länger mit Infekten zu kämpfen hat, sollte einen Wechsel auf (Bio-)Baumwollunterwäsche in Betracht ziehen.

Auch Tampons gefähren die Scheidenflora

Auch Tampons können Infektionen Vorschub leisten - aber weniger weil sie zu lange in der Scheide bleiben, sagt die Gynäkologin Dr. Doris Linsberger: "Viele Frauen wechseln eher zu oft. Tampons trocknen die Scheide generell aus - sie nehmen nicht nur das Menstruationsblut auf, sondern auch die Flüssigkeit aus der Scheidenwand. Wird ein noch halb trockener Tampon entfern, entsteht zusätzlich Reibung, die Irritationen hervorrufen kann. Neben den genannten Infekten können im Intimbereich auch noch andere Irritationen oder Kontaktallergien entstehen- etwa durch parfümierte Slipeinlagen, die man komplett vermeiden sollte. Alternativen stellt Damenhygiene aus biofairer Produktion, oder Menstruationskappen dar. Diese sind aus medizinischem Silikon und trocknen die Scheidenwand nicht unnötig aus.

Was tun, wenn man ständig von Pilzen oder Infektionen geplagt wird?

"Bei hartnäckigen Fällen kann es angezeigt sein, interdisziplinär einzugreifen - also auf mehreren Ebenen. Spätestens dann, wenn man die schulmedizinische Schiene durchhat, muss man sich auch die psychische Situation der Frau anschauen", sagt Gynäkologin und Alternativmedizinerin Micha Bitschnau. Denn "die Scheide ist ein Organ, das bei seelischen Troubles wie Stress oder Ärger in der Partnerschaft mitreagiert. Sprich: Sie kann psychosomatische Symptome zeigen - so wie die Harnwege auch." Dann müsse man die Strategie komplett ändern und über Psychotherapie oder ein Coaching nachdenken - um zu entschlüsseln, wofür das lästige Symptom stehen könnte. Auch alternativmedizinische Maßnahmen, die auf eine Immunstärkung des gesamten Organismus abzielen, kämen infrage - also zum Beispiel klassische Homöopathie mit genauer Anamnese oder TCM-Behandlungen.

Wenn sich - vor allem zum wiederholten Mal - ein Pilz abzeichne, könne man vor der medikamentösen Behandlung auch noch pflanzliche Maßnahmen probieren, etwa Vaginalspülungen mit lauwarmem Salbeitee. Diese können auch begleitend zur medikamentösen Therapie gemacht werden - sie wirken fungizid und lindern Juckreiz und Schmerz.

Vorsicht bei schwangeren Frauen

In der Schwangerschaft ist dies aber laut Micha Bitschnau ein absolutes Tabu: "Es besteht die Gefahr, dass Keime in Richtung Muttermund gespült werden. Bei schwangeren Frauen sind die Keime immer schnell und radikal zu entfernen, um einen vorzeitigen Blasensprung zu verhindern." Eine Heilsalbe mit dem Wirkstoff Dexpanthenol oder ein gutes Olivenöl könnte die gereizten Vaginalwände dann beruhigen und heilen.

 

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