Was passiert, wenn du zu viele Pornos schaust

Ja, Sexfilmchen können Lustmacher sein – alleine oder mit dem*der Partner*in, aber: Der Konsum von zu vielen Pornos, kann im Gehirn irgendwann den gegenteiligen Effekt haben.

Pornos

Die Liste an negativen Effekten, die man der Pornoindustrie vorwirft, ist lang: Vermitteln von unrealistischen Vorstellungen, sexistische Darstellungen, vor allem bei Heterosex, Male Gaze und vieles mehr. Das fördert – auch Untersuchungen zufolge – eine gewisse Abstumpfung und realitätsferne Erwartungen.

Lustkiller Porno?

Welche Auswirkungen Liebesfilmchen auf unser Gehirn sonst noch haben können, zeigt nun eine im Magazin The Conversation veröffentlichte Studie. Für die Studie untersuchte ein Forschungsteam der kanadischen Universität Laval die Verknüpfungen in unserem Nervensystem, die wir für gewisse Lern- und Gedächtnisabläufe brauchen. Dabei war schnell klar: Pornos wirken sich entscheidend auf die Entwicklung des menschlichen Gehirns aus. Der Grund dafür liegt im sogenannten präfrontalen Kortex: Pornos scheinen Schaden in dem Frontlappen des Gehirns zu verursachen. Der spielt allerdings eine wichtige Rolle für unsere Persönlichkeit, die Entscheidungsfindung, die Moral und generell das menschliche Verhalten.

Das heißt konkret: Vor allem für junge Menschen, die exzessiv Pornos schauen, kann ebendas negative Folgen haben. Weil sich der Frontlappen erst im Erwachsenenalter vollständig ausbildet und dieser Prozess durch (zu viel) Pornonutzung unterbrochen wird, werden sie im Gehirn quasi ins Jugendalter zurückversetzt. Das kann im schlimmsten Fall zu psychischen Störungen oder Problemen und Unfähigkeit bei Entscheidungsprozessen führen.

Machen Pornos süchtig?

Dass Sexfilme Einfluss auf das Gehirn haben, stellte bereits 2014 ein Forschungsteam der Berliner Charité fest. Durch eine Untersuchung von männlichen Probanden zwischen 21 und 45 Jahren wurde klar, dass der regelmäßige Konsum von Pornos den Schweifkern verkleinert. Das ist jener Teil im Gehirn, der für spontane Aktivitäten und Belohnungen zuständig ist. Soll heißen: Wenn der Schweifkern nicht optimal funktioniert, löst er den Wunsch aus, ständig neue Belohnungen zu erlangen – das kann auf Dauer sogar suchtähnliche Zustände annehmen.

 

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