Was O.C. California mit Queer-Sein zu tun hat

Wahrscheinlich mehr als ihr denkt! Wir haben die Hitserie einem Queerness-Check unterzogen.

Alex Kelly und Marissa Cooper im Baitshop

Californiaaaa…here we come! Oder nicht? Sommer, Sonne, Sonnenschein, aber bitte ohne Diskriminierung! In der Hitserie O.C., California (The O.C.) von Josh Schwartz ist das nur schwer möglich. Nicht falsch verstehen – in vielen Dingen war die Kult-Teenie-Serie ihrer Zeit voraus. Die Charaktere machen sich über sich selbst und über Popkultur lustig. Und der weltfremde Lifestyle der kalifornischen Vorstadtfrauen – die sogenannten Newpsies – wird gleich in der ersten Folge kritisiert.

Doch von den übertrieben schlanken, weiblichen Hauptrollen und der exzessiven Nutzung von Selbstbräunern einmal abgesehen: Es gibt viele Dinge, die in TV-Serien aus den 2000ern schlecht altern können. Und diese haben weniger mit Mode, sondern mehr mit Inklusion zu tun!

Wir haben bei O.C. California etwas genauer hingeschaut (und hingehört!) und die Serie auf Queerfeindlichkeit überprüft. Achtung, Spoiler!

Ein Skandal

Bereits in der ersten Staffel gibt es ein großes "Coming Out", n
achdem der beliebte Wasserballspieler Luke Ward seinen Vater beim Fremdgehen erwischt. Die Affäre? Die hat der verheiratete Familienvater mit einem Mann. In einer Stadt wie Newport: Ein gefundenes Fressen. Es ist ein großer Skandal. Die Newpsies saugen den neuen Tratsch wie ein Lebenselixier auf und innerhalb weniger Stunden weiß jede*r in O.C. Bescheid.

Das Gute dabei: Queerness bleibt von Anfang an kein Tabuthema. Der offene Umgang führt in der Serie dazu, dass Luke seinem Vater näherkommt. Ihre Beziehung wird stärker. Außerdem entsteht für Luke, der als Folge in der High-School zwar zum Außenseiter wird, mit Seth Cohen, Ryan Atwood und Marissa Cooper, eine wahre Freundschaft. Die Freund*innen stehen ihm in der herausfordernden Zeit zur Seite.

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Nur eine Phase?

Marissa ist "That Girl". Sie kommt aus einer reichen Familie, ist immer top gestylt und natürlich beliebt. Nach ihrer On-Off Beziehung mit Ryan verliebt sich die Vorzeigeschülerin in der zweiten Staffel in das Bad Girl Alex Kelly, die das genaue Gegenteil von Marissa ist. Die 17-Jährige, gespielt von Olivia Wilde, hat die Schule geschmissen, ist tätowiert und Managerin eines Nachtclubs. Alex sieht in der Romanze eine Zukunft, aber Marissa nicht. So, dass die Beziehung gerade einmal fünf Folgen lang anhält. Für die Zuseher*innen kommt die Liebesbeziehung zu kurz. Sie ist kaum greifbar und wirkt erzwungen. Der Grund?

Zusammen waren Marissa und Alex eines der wenigen LGBTQIA+ Paare, die in den 2000ern im Fernsehen gezeigt wurden. Josh Schwartz soll für die Beziehung eine innigere und längere Storyline geplant haben. Doch der Sender, auf dem die Serie 2003 das erste Mal erschienen ist, wollte dieses "Risiko" nicht eingehen. Die Geschichte wurde also gekürzt und auch die romantischen Szenen zwischen den Schauspielerinnen verändert, wie der Regisseur erklärt. Olivia Wilde ist aber weiterhin stolz darauf, mit dieser Rolle das Gespräch zum Thema Queerness vorangetrieben zu haben.

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Fünf Schritte zurück

Leider macht die Serie aber mit der vierten Staffel wieder fünf Schritte zurück. In dieser sind Eric und Brad Ward, Lukes Brüder, öfter zu sehen. Und die Zwillinge halten sich mit homophoben Witzen und Beleidigungen nicht zurück. Homophobie? Ew! Wie Summer Roberts, eine der späteren Hauptrollen, sagen würde. Die wenigen progressiven Handlungen der vergangenen drei Staffeln, geraten so noch weiter in den Hintergrund. Auch hier soll sich der Sender in die Produktion der Serie eingemischt haben. Die vierte Staffel war dann auch das Ende der Serie.

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