Was könnten die neuen Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 für uns bedeuten?

Mit BA.4 und BA.5 sorgen zwei neue Omikron-Varianten des Coronavirus für steigende Fallzahlen. Warum Expert*innen dieser Umstand nicht zwangsläufig beunruhigt.

Sind die neuen Omikron-Varianten beunruhigend?

Ihr erinnert euch, Ende letzten Jahres tauchte der Name Omikron zum ersten Mal auf, die neue Virusvariante breitete sich wegen höherer Ansteckungsgefahr blitzschnell aus und mittlerweile ist für uns das Wort "Omikron" ganz normal.

Nun, knapp ein halbes Jahr später, breiten sich in Südafrika erneut die Subvarianten BA.4 und BA.5 der Coronavirus-Variante Omikron aus. Während sich bei BA.1 und BA.2 der Krankheitsverlauf oft eher mild darstellte und meistens in Schnupfen, Kopfschmerzen und selten Fieber mündete, tritt bei BA.4 wieder vermehrt Husten auf und die Symptome ähneln einer Bronchitis.

Coetzee: "Zahlen auf den Intensivstationen halten sich in Grenzen"

„Aber die Zahlen auf den Intensivstationen halten sich in Grenzen, was daraufhin hindeutet, dass wir in puncto schwerer Krankheitsverläufe auf der sicheren Seite sind“, sagt die Omikron-Entdeckerin Angelique Coetzee zum Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Auffällig ist: Die Sorge in Expert*innen-Kreisen ist bei den neuen Omikron-Varianten geringer. Wie Wissenschafter*innen dem Forschungsmagazin Nature erklären, könnten die neuen Varianten bedeuten, dass sich die Covid-Wellen in vorhersehbaren Mustern einzupendeln beginnen.

Wissenschafter*innen der Universität Stellenbosch in Südafrika vermuten, dass in regelmäßigen Abständen neue Wellen aus den bereits zirkulierenden Stämmen entstehen. "Dies sind die ersten Anzeichen dafür, dass sich das Virus anders entwickelt als in den ersten beiden Jahren der Pandemie, als Varianten aus dem Nichts aufzutauchen schienen“, so Bioinformatiker Tulio de Oliveira zu Nature.

Neue Omikron-Welle könnte für die Zukunft aufschlussreich sein

"Die große Frage derzeit ist ja, ob Covid zum normalen Schnupfen wird, wenn wir uns alle mehrmals infiziert haben oder mehrmals geimpft wurden. Das kann man jetzt in Südafrika womöglich erstmals beobachten. Weil statt eines neuen Asts dort gerade auf eine Omikron-Welle eine weitere Omikron-Welle folgt. Das wird für den weiteren Verlauf der Pandemie sehr aufschlussreich", wird Ulrich Elling von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vom Standard zitiert.

Erste BA.4 und BA.5-Fälle traten bereits im Dezember 2021/Jänner 2022 auf. Mittlerweile sind die beiden Varianten bereits für 75 Prozent der Covid-Fälle in Südafrika verantwortlich. Eine Ausbreitung in Europa wurde bereits identifiziert - dort ist die Immunität der Bevölkerung durch die BA.2-Variante noch relativ hoch, vermuten Expert*innen.

Expert*innen des Prognosekonsortiums teilten der Öffentlichkeit am Mittwoch mit, dass "nicht davon auszugehen ist, dass die Infektionszahlen auf die Niveaus der Sommer 2020 oder 2021 sinken werden." Dafür sind die österreichweiten Lockerungen vom 16. April verantwortlich. Aber: Der Zweiwochentrend für Spitalsbelegung zeigt einen deutlichen Abwärtstrend.

 

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