Was können wir von der neuen Staffel Sex Education lernen?

Wie fühlt ihr euch bezüglich Adam und Ruby? Haben sich eure Gefühle in der neuen Staffel verändert? Achtung: SPOILER!

Sex Education

Man kann fast sagen: die Netflix-Serie Sex Education broke the internet. Alles ist voll davon. Und zurecht. Die Welt hat auf diese Serie gewartet. Eine Serie nämlich, die die erste Folge der 3. Staffel damit beginnt, mehrere Minuten lang verschiedene Menschen beim Sex zu zeigen. Neben den vielen offensichtlichen, bedeutsamen Lektionen, die die Serie vermittelt, hat uns diese Staffel noch etwas Wichtiges gezeigt. Und zwar, dass wir mehr über Menschen wissen müssen, bevor wir uns eine Meinung bilden. Aber mal zurück zum Anfang. Was haben vorschnelle Verurteilung und Sex Education miteinander zu tun?

Bully oder Herzensmensch?

Wer Staffel 3 gesehen hat, kann kaum anders, als Adam in sein Herz zu schließen. Doch das war nicht immer so. Er versucht sein Bestes, um über sich hinaus zu wachsen, etwas zu finden, in dem er gut ist und das gelernte Verhalten hinter sich zu lassen. Ich vermute aber, die wenigsten von uns würden behaupten, nach Staffel 1 große Sympathie ihm gegenüber gehegt zu haben. Da kannten wir nur den humorlosen, homophoben Bully, der Eric das Leben zur Hölle machte.

Sex Education

Verletzliche Queen Bee

Ähnliche verhält es sich mit Ruby. Die Queen der Schule war zwar cool, unnahbar, kompliziert. Aber sympathisch? Eine Person, mit der wir gerne Zeit verbringen würden? Nicht unbedingt. Diese Staffel zeigt uns eine andere Seite von ihr, wir lernen mehr über ihre Familie, sehen sie in einem anderen Umfeld. Als Otis ihr sagt, er liebe sie nicht, können wir nicht nur ihr Herz brechen hören, sondern fühlen auch mit ihr.

Runde Geschichte

Unsere Gefühle verändern sich in dieser Staffel vor allem durch den Fakt, dass wir mehr über die beiden erfahren. Wir bekommen eine Backstory, sehen sie mit ihren Familien, in unterschiedlichen Umgebungen und wie sie andere Seiten von sich preisgeben. Das macht sie zu runden Personen, für die wir Sympathie empfinden, obwohl beide Charaktere bei Weitem nicht perfekt sind.

Also kommen wir zu unserer eigentlichen Frage zurück: Was können wir daraus für unser Leben lernen? Auch dort verurteilen wir Menschen oft vorschnell. Das machen wir nicht mal absichtlich. Unser Gehirn beurteilt Menschen innerhalb von einer Zehntelsekunde. Dieser erste Eindruck bleibt dann erstmal hängen, und kann nur schwer revidiert werden. Dafür müssen wir mehr über eine Person erfahren und überzeugt werden, dass sie anders ist, als wir anfangs glaubten.

Leider bekommen wir im echten Leben keine Serien-Staffel über eine Person präsentiert, die wir von außen beobachten können. Wir sind Teil der Geschichte. Also ist es an uns, mehr über ihre Persönlichkeit zu lernen, Fragen zu stellen, die Hintergründe zu verstehen. Jede*r von uns hat einen Grund, wieso wir geworden sind, wie wir geworden sind. Und während wir es lieben mehr über Seriencharaktere zu erfahren, sollten wir dieselbe Neugier vielleicht auch bei Menschen in unserem Leben anwenden, statt zu denken, wir wissen alles, was wir wissen müssen.

 

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