Was kannst du tun, wenn du Angst vor Einsamkeit hast?

Viele Frauen haben Angst vor Einsamkeit. Wie kannst du diese Angst bekämpfen?

Einsamkeit

42 % der Millenial-Frauen haben mehr Angst vor Einsamkeit als vor einer Krebs-Diagnose. Wenn du dich in der Aussage wiedererkennst, lies weiter. Denn diese Zahl ist erschreckend, gleichzeitig aber nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass wir uns mitten in einer Pandemie der Einsamkeit befinden.

Die 42 % ergab eine Studie aus dem Jahr 2017 von everday health. Aber es wird noch besser. Denn Einsamkeit ist nicht nur ein unangenehmes Gefühl, sondern es belastet auch unsere Gesundheit und unseren Körper. Chronische Einsamkeit kann denselben Effekt auf den Körper haben, wie wenn man am Tag 15 Zigaretten raucht.

Einsam aber nicht allein

Spannend ist daran, dass jeder Mensch sich in anderen Situationen einsam fühlt. Es gibt dafür keine generelle Rechnung, wie viele Kontakt man braucht, um nicht einsam zu sein. Denn das hängt davon ab, welche Art und Menge an Begegnungen man individuell benötigt. Das ist zum Beispiel für extrovertierte und introvertierte Menschen ganz unterschiedlich.

Durch Covid-19 und die vielen Lockdowns und Quarantäne-Maßnahmen waren mehr Menschen von Einsamkeit betroffen als bisher. Und das veränderte auch die Art und Weise, wie wir darüber sprachen. Denn die Angst vor Einsamkeit war mit einem Mal nicht nur berechtigt, sondern auch etwas, über das man sprechen konnte.

Urinstinkte

Woher kommt überhaupt die Angst davor, einsam zu sein? Diese ist tief in uns verankert und kommt noch aus Prähistorischen Zeiten. Damals war es überlebenswichtig, dass wir uns nicht zu wohl fühlten, wenn wir allein waren. Denn nur eine Gruppe an Menschen konnte uns helfen, unser Überleben zu sichern. Vor rund 200 Jahren kam dann das Wort Einsamkeit das erste Mal auf und legte sich in unserem Wortschatz fest.

Das Gefühl der Einsamkeit setzt, wie viele von euch wissen, nicht voraus, dass man allein ist. Auch in einer Gruppe von Menschen kann man sich einsam fühlen, ebenso in romantischen Beziehungen. Die Einsamkeitsrate ist genauso hoch, wenn man in einer Partnerschaft lebt - 60 % der verheirateten Menschen geben an, sich regelmäßig einsam zu fühlen, so Psychology Today.

Wenn auch du Angst vor Einsamkeit hast, dann lies weiter. Wir haben ein paar Tipps, wie du mit diesem Gefühl besser klarkommst:

Quality Time

Auch Zeit, die du allein verbringst, kann Quality Time sein. Nimmt dir Zeit für dich und versuch eine Aktivität zu finden, die du nur allein machen kannst. Es ist also gut, dass du alleine bist, da du sonst die Ruhe nicht hättest, das zu machen, was dir guttut. Beispielsweise könntest du es mit meditieren versuchen, Tagebuch schreiben, durch die Wohnung tanzen, singen oder ein Instrument üben oder lernen oder in Ruhe lesen. All diese Dinge kann man ganz ungehemmt machen, wenn man allein ist. Genieße das!

Pure Freude

Als Kind wussten wir ganz genau, was uns Freude bringt. Diese Fähigkeit haben viele von uns als Erwachsene verloren. Wir machen Sport, weil es unserem Körper guttut oder vielleicht sogar nur deshalb, weil dadurch Kalorien verbrannt werden. Wir setzen an uns den Anspruch, dass wir in unseren Hobbys gut sein müssen und genau das führt häufig dazu, dass sie uns keine Freude bringen. Um Einsamkeit zu bekämpfen, hilft es, weniger produktiv zu sein, sondern viel mehr etwas zu machen das dir Freude macht. Ganz egal was. Du willst malen nach Zahlen? Do it. Du willst einfach herumprobieren und einen Kuchen für dich allein backen? Do it!

Gute Nachbarschaft

Während des ersten Lockdowns ergaben sich schnell tolle Nachbarschafts-Initiativen. Junge Menschen gingen für ältere Einkaufen, es wurden Maschinen und Werkzeuge verliehen und man traf sich öfter mal zu einem kleinen Gespräch mit Sicherheitsabstand. Warum muss das nach Corona vorbei sein? Stell dich bei deinen Nachbarn vor, gib ihnen deine Nummer und frag sie, ob sie vielleicht ein Stück des riesigen Kuchens möchten, den du für dich gebacken hast. Besonders wenn du jemand anderem hilfst, wird das Gefühl der Einsamkeit nachlassen.

Freundliche Stimme

Lass mich raten: Deine Freund*innen könnten dich zu jeder Tag oder Nachtzeit anrufen und du wärst für sie da und würdest ihnen zuhören. Du selbst machst das bei ihnen aber nicht, weil du nicht needy wirken möchtest? Warum eigentlich nicht? Ruf sie an und hol dir etwas Dopamin ab, indem ihr über den neusten Tratsch redet oder du einfach über deinen Tag berichtest. Die Stimmen von Menschen, die du gerne hast werden sofort helfen. Wahrscheinlich fühlst dich nicht nur du danach besser. Denn wer weiß, vielleicht geht es dem Gegenüber genauso und auch er*sie will es nicht ansprechen.

 

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