Was ist medizinisches Gaslighting?

Und wie erkennt ihr, wenn euch ein*e Ärzt*in nicht ernst nimmt, und was könnt ihr dagegen tun?

Was ist medizinisches Gaslighting?

Wart ihr schonmal beim Arzt mit Symptomen, nur damit euch gesagt wurde, dass eure Beschwerden nicht so schlimm sind und alles mit euch passt, obwohl ihr ganz genau fühlt, dass das nicht so ist? Das passiert Frauen besonders häufig und jegliche Symptome werden gerne auf Stress geschoben. Sieht man sich die Geschichten der Damen von Das Bin Ich zum Beispiel an, die alle gegen Brustkrebs kämpfen, so ist es leider gar nicht so unüblich, dass Ärzt*innen ihnen zuerst sagten, dass sie zu jung seien oder es sehr unwahrscheinlich wäre, dass sie krank sind. Ohne weitere Tests zu machen.

Daten von Männern

Leider sind solche Geschichten nicht neu. Besonders unter Frauen und leider noch mehr unter Frauen of color. Auch bei Frauen mit Übergewicht, fokussieren sich Ärzt*innen gerne verstärkt auf diesen Faktor, als auf die eigentlichen Beschwerden. "Ein Teil des Problems besteht darin, dass so viele der Daten, die wir heute in der Medizin verwenden, auf Forschungen an Männern, männlichen Tieren oder männlichen Zellen beruhen, was einfach schockierend ist", erklärte Dr. Sarah Kilpatrick, Vorsitzende der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie am Cedars-Sinai Medical Center, gegenüber Shriver.

Vertrauen im Körper

Das Problem bei medizinischem Gaslighting ist, dass man häufig beginnt, sich selbst und seine eigenen Empfindungen und Schmerzen zu hinterfragen und nicht mehr auf die Signale vertraut, die einem der Körper sendet. Einem wird gesagt, man sei nur müde, oder gestresst oder (der Klassiker) das Unwohlsein liege wohl irgendwie am Zyklus.

Teamwork

Wenn Menschen von medizinischem Gaslighting betroffen sind, können sie versuchen, sich zu wehren. So unangenehm das auch sein mag. Dr. Nicole Mitchell, Leiterin des OB/GYN Diversity and Inclusion Program an der USC Keck School of Medicine, erklärte gegenüber TODAY, dass es wichtig ist, zu verstehen, dass Ärzt*innen und Patient*innen am besten in einer kollaborativen Partnerschaft arbeiten. Und auch dein Beitrag zu deinem Körper ist wichtig.

"Frauen wollen gute Patient*innen sein, richtig? Sie wollen ihre*n Ärzt*in nicht enttäuschen, sie wollen niemanden verärgern", sagte Mitchell. "Ich glaube, es ist wirklich wichtig, dass die Patient*innen verstehen, dass Medizin in Wirklichkeit Teamarbeit ist.“

Expert*innenwissen

Wenn du also das Gefühl hast, dass Mediziner*innen dir nicht zuhören, gibt es laut Expert*innen einige Schlüsselsätze, die du verwenden kannst, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen - und um sie dazu zu bringen, deine Situation ernster zu nehmen. Du kannst zum Beispiel betonen, dass diese Symptome bei dir nicht die Norm sind, und sie daran erinnern, dass du zwar ihr Fachwissen zu schätzen weißt, aber dass du der*die Expert*in für die Vorgänge in deinem eigenen Körper bist.

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