Was hilft gegen Sodbrennen?

Jeder fünfte Erwachsene leidet einmal pro Monat unter Sodbrennen, ein geringer Prozentsatz sogar häufiger. Meist tritt ein so genannter Reflux nach üppigen oder säurehaltigen Mahlzeiten auf. Was aber kann man selbst dagegen tun?

Wenn Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt, wird dies häufig durch Sodbrennen schmerzlich spürbar. Sollte dies selten und nur nach bestimmten oder üppigeren Mahlzeiten auftreten, so handelt es sich um eine harmlose Variante des "Gelegenheitsreflux". Dies kann selbst mit einfachen Lifestylemaßnahmen oder rezeptfreien Medikamenten behandelt werden.

Ursachen von Sodbrennen

Zwei Drittel der Fälle können mit einem ungesunden Lebensstil in Zusammenhang gebracht werden.
Besonders schädlich wirken fett- und zuckerhaltige Speisen sowie säurebetonte Getränke (Kohlensäure, Weißwein). Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Stress gelten ebenfalls als Cofaktoren in der Entwicklung der Refluxkrankheit.

Therapiemöglichkeiten:

  1. 1) Diätische Maßnahmen
  2. 2) Verbesserung des Lebensstils
  3. 3) medikamentöse Therapie (Protonenpumpenhemmer, Säurehemmer, H2-Blocker)
  4. 4) individualisierte Stufentherapie mit einem Experten

Akuttherapie bei Sodbrennen

Das Ziel der Ernährungstherapie umfasst die Differenzierung der Ursachen, basierend auf einer medizinischen Abklärung.

Lifestyle-Tipps ergänzt durch eine individuelle Ernährungsumstellung lauten:

  • Tragen von locker sitzender Kleidung
  • Essen von kleinen, nicht schweren Mahlzeiten
  • Kein Tabakkonsum
  • Essen Sie langsam und in Ruhe
  • Vermeiden Sie säurehältige Speisen und Getränke
  • Warten Sie drei bis vier Stunden, ehe Sie sich hinlegen

Die Zusammensetzung der Nahrung hat ebenso einen großen Einfluss auf das Sodbrennen:

  • fettreiche Mahlzeiten reduzieren den Muskeltonus, eiweißreiche Mahlzeiten erhöhen den Tonus und verbessern somit die Funktion des Speiseröhren-Schließmuskels
  • kalte Speisen und Getränke und ein erhöhter Flüssigkeitsgehalt während der Nahrungsaufnahme verschlechtern den Transport des Speisebreis in den Magen
  • Alkohol, Kaffee, sehr zuckerhaltige Limonaden, Schokolade und kakaohaltige Produkte können durch deren biochemische Wirkung im Magen Auslöser für Sodbrennen sein
  • scharf Gegrilltes, Frittiertes, stark gewürzte Saucen und Pikantes hat ebenso negative Auswirkungen auf das Sodbrennen

Besser Essen gegen Sodbrennen

  1. aufrechtes Sitzen während der Mahlzeit
  2. nach dem Essen aufrecht bleiben
  3. gut, ausreichend kauen
  4. keine zu großen, harten Stücke im Ganzen schlucken
  5. nehmen Sie sich Zeit für die Mahlzeit
  6. Schlafen mit erhöhtem Oberkörper
  7. kein Essen "nebenbei"
  8. keine zu großen Nüchternphasen

Falls dieses Sodbrennen über mehrere Wochen lang andauernd oder häufiger auftreten und mit heftigen Beschwerden verbunden sein, so sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Was empfehlen Arzt und Apotheker

Klassische Säurebinder, wie etwa Antacida, werden nach wie vor häufig verwendet und die darin enthaltenen Substanzen neutralisieren die Magensäure.

Antacida wirken innerhalb weniger Minuten, haben jedoch einen großen Nachteil: Sie können den Magen dazu anregen, vermehrt Säure zu produzieren, was bei Sodbrennen kontraproduktiv sein kann.

Protonenpumpenhemmer wirken zwar sehr produktiv, sind aber nur bei schwereren Fällen zu verwenden, da sie unter anderem einen massiven Einfluss auf die natürlichen Abläufe des Verdauungstraktes haben können.

Ein pflanzliches Natriumalginat wirkt physikalisch als Säurebarriere. Unmittelbar nach der Mahlzeit eingenommen, bewirkt es im Magen ein gelartiges Segret, das auf dem Speisebrei schwimmt und einen Rückfluss in die Speiseröhre vermeidet.

Die Wirkung des Natriumalginats ist ausschließlich auf den Magen beschränkt.

 

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