Was es bedeutet, wenn deine Vulva nach dem Sex geschwollen ist

Die Vulvalippen können je nach Durchblutung unterschiedlich groß wirken. Wenn die Schwellung allerdings bleibt, kann das unterschiedliche Gründe haben.

Vulvalippen

So viel ist klar: Bei Vulven gibt es keine Schönheitsnorm. Die äußeren Lippen sehen nicht nur von Frau zu Frau, sondern oft auch von links zu rechts unterschiedlich aus. Vulvalippen haben nämlich vor allem eine Funktion: Schutz. Vulvalippen sollen Vagina und Klitoris vor Irritationen und Verletzungen schützen. In ebendieser Funktion können sie aufgrund erhöhter Durchblutung daher schonmal kurzfristig ihre Form oder Größe verändern. Problematisch wird es allerdings dann, wenn die Schwellung bleibt.

Woran du eine ernstzunehmende Schwellung erkennst

Eine leichte Schwellung nach dem Sex ist etwa ganz normal. Das empfindliche Gewebe an den Vulvalippen ist leicht gereizt und gut durchblutet. Tritt die Schwellung allerdings in Kombination mit juckendem oder brennendem Schmerz auf, kann das auf eine Entzündung hindeuten. Ausfluss aus dem Vaginalbereich deutet ebenso auf eine erhöhte Reizung hin. Das kann unterschiedliche Gründe haben:

1. Hefe-Infektion

Besser bekannt unter Scheiden- oder Vaginalpilz kann diese Infektion aufgrund von anderen Krankheiten entstehen. Diabetes oder die Einnahme von Antibiotika kann einen Scheidenpilz zur Folge haben. Das ist grundsätzlich nichts Bedenkliches: 3 von 4 Frauen haben irgendwann im Laufe ihres Lebens eine Hefe-Infektion. Besprich die Behandlung nichtsdestotrotz am besten umgehend mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

2. Allergien

So wie an vielen anderen Körperstellen auch verhält es sich auch bei der Vulva so: Kommt die Haut mit etwas, gegen das du allergisch bist, in Kontakt, schwillt sie an. Die Vulvalippen werden oft durch Allergene in Parfums, Seife oder Waschmitteln gereizt. Auch Latex in Kondomen oder chemisch behandelte Textilien in der Unterwäsche können zu Reizungen führen.

3. Sex ohne genügend Feuchtigkeit

Weil Geschlechtsverkehr mit sehr viel Reibung einhergeht, kann Trockenheit im Vaginalbereich zu geschwollenen Vulvalippen führen. Die Reibung führt dann zu einem sogenannten Trauma im Vaginalbereich. Das ist bei einmaligem Auftreten nicht weiter schlimm und pendelt sich in der Regel von selbst wieder ein.

4. Bakterielle Vaginose

Tritt die Schwellung in Kombination mit einem weißlich-gräulichen Ausfluss auf, kann das an einer bakteriellen Vaginose liegen, das bedeutet: Der Bakterienhaushalt der Vagina ist durcheinander, es wachsen mehr „schlechte“ als „gute“ Bakterien in deinem Intimbereich. Das kann etwa durch den Wechsel zwischen mehreren Sexualpartnern (und dem damit verbundenen Austausch an Bakterien) liegen oder auf die Verwendung von Vaginalspülungen zurückzuführen sein.

Besprich deine Symptome im Zweifelsfall immer mit deinem Arzt oder deiner Ärztin. Eine Übersicht von GynäkologInnen in Österreich findest du hier.

 

Aktuell