Was eine Hochzeitstorte mit sexueller Belästigung zu tun hat

Opfern sexueller Gewalt wird oft die Schuld an ihren Erlebnissen gegeben. Ein neuer Spot zeigt, warum das Blödsinn ist.

Victim Blaming bedeutet, dass Opfern die Schuld an der Ihnen zugefügten Gewalt gegeben wird. Ein neuer Spot der von Barack Obama gegründeten Kampagne It's On US, die sich gegen sexuelle Gewalt einsetzt, illustriert, wie absurd das ist.

Im Video spaziert eine Frau in einem Hotel an einer Hochzeitstorte vorbei. "Er sieht so köstlich aus!", sagt sie und bricht mit der Hand ein großes Stück aus der Torte, ohne den Konditor um Erlaubnis zu bitten. Als sich der Mann empört beschwert, gibt sie ihm die Schuld an ihrem Verhalten - was hat er auch einen so g'schmackig aussehenden Kuchen gemacht?

"Du hast die Torte so verführerisch gemacht", sagt sie. "Eine Glasur aus tahitianischer Vanille und hübsche kleine Blümchen? Es ist, als würdest du mich anflehen, sie zu kosten."

Diese eigenartige Argumentation kommt einem gleich bekannt vor:"Was hatte sie an?", "Wieviel hat sie getrunken?", "Warum war sie so spät überhaupt alleine unterwegs?" sind Fragen, die Vergewaltigern und Belästigern Raum und Entschuldigung für ihre Taten geben. Sie kreieren ein Stigma, das Opfer davon abhalten kann, die Tat anzuzeigen und sich zu wehren.

It's On Us hat den Spot zum 23-jährigen Bestehen des Violence Against Women Acts veröffentlicht.

 

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