Was dürfen Ihnen Ihre Vorgesetzten alles verbieten?

Eine US-Firma versucht mit ungewöhnlichen Maßnahmen die Mitarbeiter zu mehr Arbeit und kürzeren Toilettenpausen zu überreden. Wer nur einmal am Tag aufs Häusl geht, bekommt einen Euro extra, wer hingegen länger als sechs Minuten am Tag am WC verbringt, kriegt Probleme. In Österreich wäre das unmöglich, oder? Ihre Rechte im Überblick.

Beim Watersaver Faucet, einem Hersteller von Wasserhähnen in Chicago, werden sogar die Klopausen mit Chipkarte überwacht. Das wäre in Österreich aufgrund des Arbeitsrechts nicht möglich. Finden Sie hier Antworten auf andere wichtige Fragen zum Thema:

  • Sind längere Arbeitszeiten von mehr als 8 Stunden täglich möglich?

Ja. Im Normalfall sollte die Normalarbeitszeit 10 Stunden täglich und 50 in der Woche nicht übersteigen, außer bei bestimmten Berufen wie z.B. Nachtwächter, in denen auch 12-Stunden-Schichten und eine wöchentliche Arbeitszeit von 60 Stunden möglich sind. Extraregelung: Bei besonderen Erholungsangeboten sind auch 24-Stunden-Schichten dreimal pro Woche möglich.

  • Kann der Chef die Mittagspause ausfallen lassen?

Nein. Bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden täglich muss eine Ruhepause von 30 Minuten eingelegt werden, die am Stück, oder in Häppchen von mindestens 10 Minuten konsumiert werden muss. Wann die Pausen stattfindet, teilt allerdings der Arbeitgeber ein. Die Pause zählt nicht als Arbeitszeit.

  • Kann man nach einem Dienst bis 2 Uhr früh um 8 Uhr gleich wieder in die Arbeit gerufen werden?

Nein. Die Ruhezeit sollte eigentlich 11 Stunden betragen, 8 Stunden müssen es auf jeden Fall sein.

Was bei einer Karenz zu beachten ist

  • Wie oft ist eine Rufbereitschaft im Monat möglich?

Monatlich sollten es nicht mehr als 10 Tage Rufbereitschaft pro Monat sein. Eine Rufbereitschaft kann im Kollektivvertrag aber auch so geregelt sein, dass es für drei Monate 30 Tage sind, die dann unregelmäßig aufgeteilt werden können.

  • Wie viel Urlaub steht Arbeitnehmern pro Jahr zu?

Arbeitnehmern stehen pro Jahr 5 Wochen Urlaub, also 25 Urlaubstage, zu. Nach mehr als 25 Dienstjahren (wobei teilweise Ausbildungszeiten über den Pflichtschulabschluss hinaus mit eingerechnet werden können) sind es 6 Wochen.

  • Kann Urlaub verfallen, wenn er nicht im selben Jahr aufgebraucht wird?

Nein. Urlaub verjährt erst nach 2 Jahren. Wobei für die Berechnung immer erst „alter" Urlaub verbraucht wird.

  • Kann man einen Urlaub in einen Krankenstand umrechnen?

Ja. Ein Krankenstand, der länger als 3 Tage dauert, wird nicht auf den Urlaub angerechnet, sofern dieser spätestens 3 Tage nach Eintreten dem Arbeitgeber gemeldet wurde und nach der Rückkehr durch ein ärztliches Attest belegt wird.

  • Haben Arbeitnehmer ein Recht auf Rauchpausen?

Nein, ein solches Recht gibt es nicht, Was Sie jedoch in Ihrer Pause machen, bleibt Ihnen überlassen.

  • Stimmt es, dass Mitarbeitern, die nur am Bildschirm arbeiten, extra Pausen zustehen?

Nach 50 Minuten ununterbrochener Bildschirmarbeit stehen Ihnen 10 Minuten Pause zu, ohne dass diese von der Arbeitszeit abgezogen werden.

 

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