Was du tun kannst, wenn dir das mit den Lockerungen ein bissi zu schnell geht

Ja, Pandemie ist scheiße und kompletter Lockdown doof, aber gleichzeitig bist du auch irgendwie nicht wieder bereit für andere Menschen und plötzlich wieder Sozialsein? We got you.

Anxiety

Die Kurzarbeit ist vorbei, die Ausgangsbeschränkungen wurden gelockert und die Home-Office-Regelungen wieder eingeschränkt. Und so fein es ist, endlich wieder bei Spritzern versumpern zu können und Freund*innen (mit einem Babyelefanten Abstand) zu treffen, so steigt damit auch wieder ein bisserl der Druck für soziale Verpflichtungen. Schließlich war’s so fein endlich mal guten Gewissens gar nix zu machen, den ganzen Tag nackert daheim zu hocken, Serien zu bingen und dabei rein gar nix zu verpassen, denkst du? Das hilft beim Wiedereinstieg ins Sozialleben:

1. Eins nach dem Anderen.

Gerade fühlt es sich vielleicht so als müsstest du alles auf einmal erledigen: Mit jeder*jedem deiner Freund*innen brunchen, Spritzer trinken und schwimmen gehen, zum IKEA fahren, um die Dinge zu nachzukaufen, die du beim Isolations-Entrümpeln entsorgt hast und überhaupt hast du das Gefühl gerade überall gleichzeitig sein zu müssen. Aber: Halt, Stopp, durchatmen! Wenn die Isolation eines gezeigt hat, dann auf wie vieles aus dem Sozialleben man zumindest für ein Zeiterl verzichten kann. Das soll jetzt nicht psychische Folgen dieser globalen Pandemie mit all ihren Maßnahmen kleinreden, aber lediglich verdeutlichen: Geh's langsam an. Mach dir vorerst mal nur eine Verabredung pro Woche aus. Wenn du Zeit für dich brauchst, nimm sie dir nach wie vor so gut es geht und stell soziale Verpflichtungen erstmal noch hinten an.

2. Sei ehrlich zu dir selbst ...

In mental herausfordernden Zeiten ist es besonders wichtig, auf sich zu hören und jeden (negativen) Gedanken ernst zu nehmen, sprich: Fühlst du dich unwohl und werden Zweifel laut, dann versuch die die Gedanken nicht beiseite zu schieben, sondern frag dich ehrlich, woher sie kommen und wie du dir selbst was Gutes tun kannst.

3. ... und zu deinem Umfeld!

Wie bei fast allem gilt auch in dieser Situation: Reden hilft. Sag deinen Freund*innen, was du denkst - dass es dir psychisch gerade nicht so gut geht und dir die Spritzerdates noch ein bisserl zu viel sind. Sag ihnen, dass du sie dennoch gerne sehen und von ihnen hören möchtest – und frag, ob ihr vorerst noch bei euren wöchentlichen Skype Calls bleiben könnt.

4. Belohn dich.

Wenn dann dieser IKEA-Trip und das Brunchen tatsächlich irgendwann passieren, wird’s dir vielleicht ein bisschen leichter fallen, wenn es daheim etwas gibt, worauf du dich freuen kannst. Bezieh zum Beispiel vorm Rausgehen dein Bett frisch, lad‘ dir eine Serie runter – und wenn du dann heimkommst nimmst du dir wieder ausgiebig Zeit für dich selbst.

Bei psychischen Krisen ist es wichtig, rasch Krisentelefonnummern und Notrufnummern bei der Hand zu haben.

Telefonseelsorge
Tel.: 142 (Notruf), täglich 0–24 Uhr

Telefonberatung und E-Mail-Beratung für Menschen in einer schwierigen Lebenssituation oder in Krisenzeiten.

Online unter www.telefonseelsorge.at

 

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