Was du beim Cyber Sex unbedingt beachten solltest

Von Pornos schauen bis Nudes verschicken: Cyber Sex gehört für viele längst zum Alltag dazu. Dennoch vergisst so manche*r, dabei auf die eigene Sicherheit zu achten.

Frau liegt mit Handy am Bett

Hast du schon mal einen Porno geschaut? Oder ein freizügiges Bild auf Snapchat verschickt? Vielleicht hast du dich auch schon mal vor einer Webcam ausgezogen? All das fällt in die Kategorie Cyber Sex. Und wie bei jeglicher Art von Sex gilt es auch hier, sicher zu sein. Wie die Studie von Soziologin Dr. Barbara Rothmüller und ihrem Forschungsteam zum Thema "Liebe, Intimität und Sexualität in der COVID-19 Pandemie“ gezeigt hat, achten viele Menschen, die ihre Sexualität online leben, nicht auf ihre digitale Sicherheit. In ihrem Safer Sex Guide 2020 erklärt Rothmüller, wie risikobewusster Cyber Sex richtig geht. Das Wichtigste daraus lest ihr hier:

Ein paar Fragen vorab

Bevor du dich aktiv in die weite Welt des Cyber Sex stürzt, solltest du dir einige Fragen stellen, etwa: Was sind meine Erwartungen? Was meine Intentionen? Fühle ich mich wohl damit, sexuelle Inhalte von mir zu teilen? Auch solltest du dich fragen, mit wem du überhaupt Cyber Sex haben möchtest und ob du mit dieser Person auch offen über deine Vorstellungen und Bedingungen sprechen kannst. Kannst du sicher davon ausgehen, dass deine Bedenken gehört werden? Und besteht die Möglichkeit, mit deinen Cyber Sex-Partner*innen über das Erlebte zu reden und emotionale Nachsorge zu erhalten?

Denke an Datenschutz

Dann solltest du dir klar darüber werden, wie viel du von dir preisgeben möchtest. Willst du, dass deine Person unerkannt bleibt, ist es wichtig, bestimmte Vorkehrungen zu treffen. Achte darauf, nichts zu teilen, dass dich identifizierbar macht, zum Beispiel dein Gesicht, Tattoos, Piercings, Narben oder deine Wohnung. Bewegst du dich etwa in Onlineforen und möchtest unerkannt bleiben, so lege dir eine anonyme E-Mail-Adresse zu, die du ausschließlich für Cyber Sex-Aktivitäten verwendest. Halte deine Firewall und Antiviren-Programme up to date und aktiv und informiere dich genau, über die Plattform, auf der du unterwegs bist. Hat sie eine End-to-End-Verschlüsselung? Werden Chatprotokolle gespeichert? Sind intime Bilder oder Videos vor dem Zugriff von anderen geschützt?

Darüberhinaus solltest du natürlich darüber nachdenken, wer Zugriff auf deine Bilder hat. Nutzen andere Personen deine digitalen Geräte? Werden Medien oder Chats in einer Cloud gespeichert?

Höre auf die Warnsignale

Fühlst du dich in einer Situation unwohl - etwa beim Sexting mit einem*r Unbekannten – höre auf dein Bauchgefühl und zwinge dich zu nichts, was du nicht tun willst! Lass dich keinesfalls unter Druck setzen oder zu irgendwas überreden. Auch ist es völlig okay, wenn du deine Meinung zwischenzeitlich änderst und keine Lust mehr hast.

Was du noch wissen solltest

  • Kann jemand anderes ein Bild oder Video von dir sehen, kann er*sie diese Inhalte auch abspeichern – vergiss das nicht. Aus diesem Grund sind Vertrauen und klare Kommunikation so wichtig.
  • Nacktfotos an jemanden zu verschicken, der diese nicht haben will, ist eine Form der Belästigung. Auch die Verbreitung/Veröffentlichung fremder intimer Bilder/Videos ohne die Zustimmung des*r anderen ist strafbar!
  • Werden Inhalte von dir missbräuchlich verwendet, dokumentiere den Vorfall, brich den Kontakt ab und wende dich an Vertrauenspersonen sowie die Anbieter der Plattform und Beratungsstellen in deiner Nähe.
 

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