Was denken Viertklässler über Flüchtlinge?

Die deutsche Taz (Die Tageszeitung) hat SchülerInnen in Passau, wo Flüchtlinge das erste Mal die Grenze passieren, gefragt, was sie über Flüchtlinge wissen.

Seit Monaten dreht sich die mediale Berichterstattung um die Flüchtlingskrise. Passau, in der Nähe zur österreichischen Grenze, ist in Deutschland ein besonderer Knotenpunkt, denn hier passieren die meisten Flüchtlinge, die über die Balkanroute kommen, das erste Mal die deutsche Grenze. Aber wie viel merkt die lokale Bevölkerung tatsächlich von den Menschenmassen?

Die deutsche Tageszeitung Tazhat Viertklässler aus der Hans-Carossa-Schule befragt. Die Antworten von jasmin, Chiara, Benedikt und Moritz sind in ihrer Einfachheit wunderbar treffend und menschlich und erinnern uns einmal mehr daran, wie gut uns daran täte, die Welt aus Kinderaugen zu betrachten.

Taz: Was weißt du über Flüchtlinge, Benedikt?

Benedikt: Ich hab was gesehen in der Zeitung, da hat meine Oma geweint. Da ist ein Baby ertrunken und lag am Strand. Das fand ich brutal. Sie flüchten aus Afghanistan und Syrien vorm Krieg, weil sie meinen, es ist in Deutschland und Europa besser.

Taz: Soll Deutschland mehr Flüchtlinge aufnehmen?

Benedikt: Ich glaub, wir können schon noch mehr aufnehmen. Es ist gut, dass wir sie aufnehmen. Aber wir dürfen nicht zu viele Häuser bauen, sonst wird auch die Natur kaputt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Flüchtlingskind und euch?

Moritz: Dass bei denen im Land Krieg ist und bei uns nicht.

Chiara: Sind Flüchtlinge immer schwarz?

Benedikt: Nein, die können auch ein bisschen braun sein. Flüchtlinge kommen zwar nicht aus unserem Land, aber man muss sie gleich respektieren.

Würdet ihr euer Zimmer mit einem Flüchtlingskind teilen?

Benedikt: Ich hätte noch Platz frei. Ich würde gerne einen Flüchtling bei mir daheim aufnehmen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Flüchtlingskind und euch?

Moritz: Dass bei denen im Land Krieg ist und bei uns nicht.

Könnt ihr auch helfen?

Moritz: Ja.

Wie denn?

Jasmin: Zum Beispiel meine Eltern haben einen ganz großen Sack mit Kleidern und Spielsachen und Kuscheltieren eingepackt und haben das nach Salzweg (Stadt im Landkreis Passau, Anm. der Red.) ins Flüchtlingsheim gebracht.

Chiara: Wieso gibt es eigentlich den Krieg?

Benedikt: Ich hätte schon eine Lösung, wie man den ganzen Krieg wegbringen könnte.

Wie denn?

Benedikt: Zum Beispiel in Afghanistan könnt man fragen, warum sie eigentlich kämpfen. Ich glaub, die wissen selbst nicht, warum sie sich eigentlich gegenseitig abschießen. Das weiß ich eigentlich auch nicht.

Das ganze Interview der Taz mit den Kindern lesen sie hier.

 

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