Was Clemens Berger über Geld denkt

"Im Jahr des Panda" heißt sein neuer Roman, der jetzt im September erscheint. Was seine Figuren verbindet, ist das Verhältnis zu Geld. Wir haben ihn deshalb gebeten, fünf gängige Sprüche über Geld zu kommentieren.

1. Wer reich ist, ist glücklich

Nein. Aber es ist auch nicht glücklich, wer arm ist und glücklich aussieht und den Reichen glücklich erscheint. Das ist nämlich die Dichotomie - dass die Reichen gern dann irgendwo hinfliegen, wo die Menschen arm sind, und dann sagen: "Mein Gott, diese armen Leute, die haben zwar kein Geld, aber die sind so glücklich." Das ist natürlich eine Lüge und ein wahnsinniger Selbstbetrug und eine Gewissenserleichterung.

2. Frei ist nur, wer Geld hat

Das ist ein Satz, der auch im Buch vorkommt, es geht aber dort noch weiter: ... zumindest so viel Geld, um ein freies Leben führen zu können. Und ja, in der Gesellschaft, in der wir leben, im Kapitalismus, kann man bis zu einem gewissen Grad nur frei sein, wenn man Geld hat. Weil man sich sonst ständig nur darum kümmern muss, dass man irgendwoher Geld bekommen muss, um was zu essen kaufen zu können oder ein Dach über dem Kopf zu haben.

3. Geld stinkt nicht

Das stimmt. Geld stinkt nicht, aber wie im Roman auch vorkommt, kann die Berührung von Banknoten allerlei Krankheiten auslösen.

4. Geld verdirbt den Charakter

Das stimmt nicht. Das ist auch so eine Binsenweisheit. Es gibt Menschen, die haben, aus welchem Grund auch immer, viel Geld und trotzdem einen guten Charakter. Ich habe erlebt, dass es viele Reiche gibt, die gar nicht auf Geld schauen müssen und deshalb sehr frei und großzügig sind. Dann gibts Arme, die haben nichts zu verlieren und fühlen sich deshalb frei. Aber es verdirbt nicht per se den Charakter. Viele verleitets aber sicher dazu, zu glauben, dass sie besser seien aufgrund ihres Geldes.

5. Geld ist nicht wichtig, es zählen andere Werte

Auch ein schöner Kalenderspruch, ähm, ich mein, Geld ist in dem Fall kein Wert, also ja bestimmt. Liebe, Freundschaft oder Solidarität zählen viel mehr. Aber dazu hab ich mir eigentlich bis jetzt noch überhaupt nichts überlegt.

Buchpräsentation:

Der neue Roman von Clemens Berger wird am 19.9. um 19:00 im Literaturhaus Wien vorgestellt.

Der neue Roman von Clemens Berger heißt "Im Jahr des Panda", darin geht´s um einen erfolgreichen Künstler, ein junges Paar, das von heute auf morgen sein Leben ändert und eine Tierpflegerin, die sich um das Pandajunge im Zoo kümmert. Was sie alle eint, ist die Frage nach dem Wert des Geldes und der Sehnsucht nach Freiheit. "Im Jahr des Panda" ist im Verlag Luchterhand erschienen, € 24,70

 

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