Was bringt ein Handyverbot an Schulen?

Frankreich hat ein generelles Handyverbot an Schulen angekündigt. Wir wollten wissen: Wie sieht das die österreichische Lehrerschaft und haben LehrerInnen nach ihren Erfahrungen und Meinungen gefragt.

An Volksschulen und in Unterstufen herrscht in Frankreich schon jetzt ein Handyverbot. In Zukunft soll das ausgeweitet werden und an allen Schulen gelten. Was sagen österreichische Lehrerinnen dazu? Wir haben sie gefragt:

"Ich fände das gut, sehr gut, denn die Schüler und auch die Lehrer hängen in den Pausen ständig am Handy. Vorausgesetzt die Infrastruktur an den Schulen würde passen - also wenn wir Tablets oder ausreichend Informatikräume zur Verfügung hätten und man im Unterricht Zugang zum Internet hätte. So lange das nicht so ist, verwende ich das Smartphone auch als Recherchequelle."

"Man kann das Handy auch gut im Unterricht einsetzen"

"Ich glaube, dass ein generelles Verbot nichts lösen würde. Wahrscheinlich wäre es nur noch reizvoller, das Handy zu nutzen. Viel wichtiger wäre es aus meiner Sicht, den Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang damit beizubringen. Die wenigsten sind sich dessen bewusst, was es für Auswirkungen es haben kann, zum Beispiel Fotos von Mitschülern zu posten. An unserer Schule gibt´s jetzt Workshops dafür mit externen Experten. Das Handy im Unterricht kann - wenn man es entsprechend einsetzt - auch praktisch sein: Es gibt zum Beispiel tolle Lernspiele oder Vokabeltrainer, die man nutzen kann. Und so lange die Ausstattung an der Schule ist, wie sie ist und wir so wenige Informatikräume oder so haben, ist das eine praktische Alternative."

"Ich bin sofort für ein Verbot. Denn wenn die Kinder in den Pausen nur an den Handys hängen, wirkt sich das aus. Einerseits auf die Konzentration, weil sie länger brauchen, um sich wieder konzentrieren zu können. Und andererseits tun sie Pausendinge deswegen nicht mehr in der Pause: Also Essen, Trinken, aufs Klo gehen - das wollen sie dann während der Stunde machen, weil sie vor lauter Handyspielen in der Pause keine Zeit dazu gehabt haben. Das nervt schon."

"Ein Verbot halte ich nicht für sinnvoll, eine klare Regelung schon. Eine, die zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Smartphones führt. Grade in meinem Fremdsprachenunterricht nutze ich es auch als Arbeitsmittel und das funktioniert wunderbar."

"Ich denke, der Umgang damit ist der Schlüssel. Vokabel recherchieren im Unterricht? Ja, gerne! Der Mama schnell während des Unterrichts schreiben, welche Note man auf die Schularbeit hat? Sicher nicht."

WIENERIN-Autorin Ursula Neubauer hat selbst mal unterrichtet. Aber nur kurz. Der Lehrberuf war nix für sie. Das Thema Schule begleitet sie aber nach wie vor dank vieler Lehrerinnenfreundinnen. In dieser Kolumne schreibt sie über Erlebnisse zwischen Lehrer- und Nichtlehrermenschen und den ganz normalen Schulwahn(sinn).

Zu allen Beiträgen der "Hey, Frau Fessa"-Kolumnenreihe.

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