Warum zucke ich eigentlich vor dem Einschlafen? Und ist das gefährlich?

Ihr kennt das vielleicht: Ihr liegt im Bett, Müdigkeit überwältigt euch und gefühlt schlaft ihr eigentlich schon – und plötzlich durchläuft ein Zucken euren Körper. Ihr seid wieder wach. Was steckt da dahinter? Und ist das Zucken eigentlich gefährlich?

Warum zucken wir eigentlich im Schlaf?

Der Schlaf ist schon ein recht schräger Vorgang, bei dem Dinge passieren, von denen Viele gar nichts wissen. Deine Augen produzieren Ausfluss, den wir am Morgen in den Augenwinkeln finden und als Sand bezeichnen. Du erlebst in der REM-Schlafphase ("Rapid Eye Movement") eine sogenannte Schlafparalyse, eine natürliche Lähmung der Skelettmuskulatur. Und dein Mund wird von Bakterien überflutet - der Grund für den berüchtigten morgendlichen Atem.

Deine Arme und Beine können die ganze Nacht über schräge Sachen machen: Beim Eintritt in die Tiefschlafphase zucken sie (manche von uns wachen sogar von den Kicks und Tritten auf). Andere von uns kennen die Mühsamkeit namens "Restless Leg Syndrom", bei dem die Beine nicht still sein können. Insgesamt sind 70 Prozent der Menschen von derartigen Zuckungen in unterschiedlichen Formen betroffen.

Zuckungen im Schlaf stellen kein Risiko dar

Doch was hat es mit dem Zucken genau auf sich? Und musst du dir Sorgen machen? Dr. William Kohler, medizinischer Direktor des Florida Sleep Institute und Direktor der pädiatrischen Schlafeinrichtung am Florida Hospital in Tampa, gibt Entwarnung.

"Bei diesem 'Ganzkörpererlebnis' ziehen sich Ihre Muskeln ruckartig zusammen, was dazu führt, dass entweder nur einzelne Gliedmaßen zucken oder aber der gesamte Körper", so Dr. Kohler im Interview mit NBC News. "Sie treten im Allgemeinen während des Übergangs zwischen Wachsein und Schlaf auf, dauern meist nur etwa eine halbe Sekunde und kommen pro Einschlafphase kaum mehr als einmal vor."

Und warum zucken wir? Wegen überreizten Nerven im Neuronennetzwerk im Hirnstamm, das maßgeblich an der Kontrolle unserer Motorik beleidigt ist. So ein Übergang in die Ruhephase ist gar nicht so leicht - da kann ein Zucker schon einmal vorkommen. Auch im Tiefschlaf können Zuckungen auftreten – diese werden dann meist von Träumen verursacht.

Ein Risiko stellen deine Schlaf-Zuckungen also nicht dar. Kommen sie zu oft und regelmäßig vor, so dass sie deinen Schlaf stören, solltest du zumindest versuchen den Stress nicht ins Bett mitzunehmen (leichter gesagt als getan, ganz klar), nicht zu viel Koffein zu konsumieren, einen natürlichen Schlafrhythmus einzuhalten und nicht spätabends dein Sportprogramm durchzuziehen.

Klar ist aber: Deine Zuckungen sind absolut kein Grund zur Sorge, da sind sich Mediziner*innen einig.

 

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