Warum wir Angst haben erfolgreich zu sein

Was, wenn wir dir sagen, dass du nicht davor Angst hast als Selbstständige zu scheitern, sondern davor erfolgreich zu werden? Eine Analyse.

Mann sitzt an Esstisch mit Arm auf dem Tisch abgestützt und Hand vor Gesicht

Schon einmal überlegt zu gründen? Dabei muss dein Projekt gar kein Unternehmen sein: Vielleicht wolltest du schon immer einen Buchclub starten, weil du einfach die besten Buchempfehlungen gibst; du sowieso alle Romane, die du gelesen hast, auswendig kennst und selbst die Lebensgeschichten der Autor*innen studiert hast. Oder wolltest du dir schon einmal den Traum einer eigenen Boutique erfüllen oder gar Influencerin werden? You get the memo. Du wolltest etwas gründen, hast dich aber nicht ganz getraut. Woran liegt das?

Keine Sorge: Das hier ist kein Guide à la "Just do it (=Mach’s einfach)". Wir gehen eher der Frage auf den Grund, warum Erfolg oft beängstigender ist als Misserfolg. Und wie die Angst davor erfolgreich zu sein, uns lähmen kann und wir deshalb gar nicht erst beginnen unseren Träumen nach zu gehen.

Erfolgsstory

"Was meine größte Angst ist? Eindeutig Erfolg", so beginnt die Sportjournalistin Jemele Juanita Hill ihren TED Talk. Sie schreibt für die US-amerikanische Zeitschrift The Atlantic, welche Megastars wie Barack Obama auf dem Cover hat und hat selbst bereits Stars wie den verstorbenen Basketballspieler Kobe Bryant interviewt. 2019 hat die Journalistin aus Detroit einen Podcast gestartet und zwei Jahre sich selbst im Filmdrama National Champions gespielt. Wie kann es sein, dass Jemele Hill sich vor ihrem Erfolg fürchtet? Könnte das sogenannte Hochstapler-Syndrom Grund für diese Angst sein?

Hochstapler-Syndrom

Das Hochstapler-Syndrom oder auch Imposter-Syndrom führt bei Betroffenen zu sich wiederholenden Gedanken: "Ich bin nicht gut genug." oder "Ich kann das nicht". "Das führt dazu, dass man ständig in Angst lebt und sich Sorgen macht, 'entlarvt' zu werden", so Dr. Andrea J. Marsden, Assistenzprofessorin für Psychologie am Beacon College in Florida, gegenüber Bustle. Doch darum geht es der Jemele HIll nicht. "Warum mir Erfolg Angst macht? Durch ihn entstehen Erwartungen, Einsatz und Verantwortlichkeit", erklärt sie, "Es ist viel leichter über das Scheitern nachzudenken. Das machen wir ständig." Da könnte was dran sein. Denken wir zu selten über unsere Erfolge nach?

Worst-Case Szenario

"Stell dir mit geschlossenen Augen dein Traumhaus vor. Oder denke daran, wie du einen Award in deinem Traumjob gewinnst. Fühlt sich das greifbar und echt an? Oder eher unrealistisch?", fragt Jemele bei ihrem Vortrag. Wenn wir an Erfolge denken, befürchten viele ein gewisses Level nicht halten zu können, sobald wir es erreichen. Worst-Case Szenarios dominieren unsere Gedanken und Erfolge finden in unseren Gedanken keinen Platz. Wie können wir das ändern?

Wir geben dir 3 Tipps, wie du die Angst vor Erfolg überkommen kannst:

  • Journaling: Schreibe dir deine Erfolge (und Misserfolge) auf. So siehst du deinen Fortschritt.
  • Visualisieren: Frag dich bei Zweifeln: "Was, wenn es klappt?" und denk an mindestens zwei positive Szenarien.
  • Gefühlen Raum geben: Warum fühlst du dich so, wie du dich fühlst? Gib auch den negativen Gefühlen Raum. Setze dich mit ihnen auseinander und analysiere sie.
 

Aktuell