"Warum weiße Männer Diskriminierung, Rassismus und Sexismus nicht wahrnehmen"

Der deutsche Fotograf Marco Fechner hat auf Twitter eine Liste mit 20 Fragen geteilt, die ihm als heterosexuellen Mann ohne Migrationshintergrund noch nie gestellt wurden.

Der "weiße Mann" ist das Sinnbild der Unterdrückung. Er steht für ein System, das Alltagsrassismus und -sexismus ermöglicht. Der "weiße Mann" ist Symbol einer strukturellen Diskriminierung. Weiße Männer sind aber auch ganz reale Personen, die sich der Erfahrungen mit Diskriminierung, die Anderen alltäglich widerfährt, oft nicht bewusst sind. "Warum so viele weiße Männer Diskriminierung, Rassismus und Sexismus nicht wahrnehmen?", schreibt der deutsche Fotograf Marco Fechner auf seinem Twitter-Account. "Weil sie damit nicht direkt konfrontiert werden. Fechner ist weiß, männlich, Familienvater und Deutscher. Er hat eine Liste mit 20 Fragen gestellt, die ihm noch nie gestellt wurden - und zeigt damit so einfach wie eindrucksvoll, wo Diskriminierung anfängt.

20 Fragen, die weißen Männern nie gestellt werden

1. Wie vereinbarst du eigentlich Familie und Beruf?

2. Stört es dich, wenn ich dich "Alman" nenne?

3. Wie organisierst du Ersatz, wenn dein Kind krank wird?

4. Du sprechen Deutsch?

5. Findest du nicht, dass sich weiße junge Männer engagierter vom christlichen Fundamentalismus distanzieren sollten?

6. Bist du sicher, dass du um diese Zeit noch rausgehen solltest?

7. Findest du dieses Outfit nicht etwas gewagt?

8. Wo hast du so gut Deutsch gelernt?

9. Darf ich dir mal durch die Haare wuscheln?

10. Ach toll, dann bleibst du bestimmt das erste Jahr zu Hause, oder!?

11. Wer ist in eurer Beziehung eigentlich der Mann und wer die Frau?

12. Aus welchem Land kommst du?

13. Ich meine: aus welchem Land kommen deine Eltern?

14. Trauen Sie sich diesen Job WIRKLICH zu?

15. Männer sind einfach zu emotional, um diese großen Zusammenhänge nüchtern zu betrachten, findest du nicht?

16. (Polizist auf der Straße, unvermittelt) "Personenkontrolle, Papiere bitte".

17. (Ebenfalls Polizist auf der Straße, ebenfalls ohne nachvollziehbaren Anlass) "Haben Sie Drogen dabei?"

18. (Beim Jobgespräch) "Planen Sie, Kinder zu bekommen?"

19. Wann hast du dich entschieden, hetero zu sein?

20. Findest Du nicht auch, dass du abnehmen/zunehmen solltest?

 

Die Hashtags #MeToo und #MeTwo zeigen, wie Menschen Unterdrückung und Diskriminierung erleben. Unter #MeToo teilen Frauen ihre Erfahrungen mit sexueller Diskriminierung und Belästigung. Unter #MeTwo berichten Menschen von ihren Erfahrungen mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

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