Warum Väter aufhören, ihre Kinder zu umarmen

Eine britische Studie hat herausgefunden, dass einer von fünf Vätern aufhört, seine Kinder zu umarmen, sobald sie zehn Jahre alt geworden sind.

Jeder fünfte britische Vater hört auf, seine Kinder zu umarmen, wenn sie das 10. Lebensjahr erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Fairy Non Bio, bei der Aussagen von 2.000 Männern in Großbritannien untersucht wurden. Die Forscher untersuchten, wann Väter aufhören, ihre Kinder zu umarmen und ob sie ihren Kindern mehr Zuneigung geben als ihre eigenen Väter früher.

Immerhin: Zwei Drittel der Väter gaben an, ihre Kinder öfter zu umarmen als es ihre eigenen Väter getan haben. 53 Prozent denken, dass ihre Kinder zu alt zum Umarmen sind - und Väter über 55 umarmen ihre Kinder weniger oft als Väter zwischen 18 und 34. Jeder Fünfte hat das Gefühl, es wäre dem Kind unangenehm.

Wenn die Kinder ins Teenager-Alter kommen, dann ändert sich die Form der Zuneigung in Richtung verbaler Kommunikation - Ratschläge und Zuhören. Umarmungen werden da immer seltener. Der Psychologe und Neurowissenschafter Simon Thompson sagte gegenüber dem britischen Magazin "Female First": "Umarmungen sind ein wichtiger Bestandteil einer gute Beziehung zwischen Kindern und Eltern. Sie signalisieren Sicherheit und Schutz."

Die Berührung sei wichtig für die Entwicklung des Kindes: "Umarmungen beeinflussen uns auf viele verschiedene Weisen. Auf dem körperlichen Level geben sie uns Komfort und Nähe. Auf einem hormonellen Level werden die natürlichen Chemikalien des Körpers freigesetzt, die uns ein wohliges Gefühl geben." Darunter fallen das Glückshormon Serotonin und das Stresshormon Cortisol sowie Adrenalin. Kurzum: neben guten Ratschlägen kann auch eine kleine Umarmung hier und da nicht schaden. Trotzdem sollten die Wünsche der Kinder respektiert werden - wenn sie sagen, dass sie körperliche Distanz wollen, ist das zu respektieren.

 

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