Warum Unternehmen endlich erkennen müssen, dass es Diversität braucht

Es ist 2021 und immer noch wird Diversität von vielen Unternehmen - wenn überhaupt - nach außen hin promotet, tatsächlich jedoch nicht wirklich gelebt. Warum sich das einfach nicht mehr ausgeht, haben wir Gründerin & Unternehmensberaterin Rita Isiba gefragt.

Warum Unternehmen Diversität brauchen

Es ist 2021 und immer noch wird Diversität von vielen Unternehmen - wenn überhaupt - nach außen hin promotet, tatsächlich jedoch nicht wirklich gelebt. Menschen mit Migrationshintergrund haben es bei der Jobsuche oftmals immer noch schwerer, der Frauenanteil, gerade in der Führungsetage, lässt zu wünschen übrig.

Warum sich das endlich ändern muss, was Firmen für mehr Vielfalt tun können und inwiefern Diversity ein Wettbewerbsvorteil sein kann, haben wir Rita Isiba gefragt. Sieist Gründerin & Geschäftsführerin des Frontiers of Dialogue Forums und der Aphropean Partners und berät Unternehmen zu den Themen Zukunft, Arbeit und Engagement.

WIENERIN: Viele Menschen werden auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor diskriminiert. Warum fällt es Unternehmen so schwer, die normale gesellschaftliche Vielfalt in ihren Belegschaften zuzulassen?

Rita Isiba: Gesellschaftliche Vielfalt am Arbeitsplatz schafft Reibung. Sie zwingt Menschen dazu, härter zu arbeiten,und macht sie weniger selbstsicher.

Zum Thema Diversität gehört die Geschlechtervielfalt wesentlich dazu. In vielen Unternehmen ist das bisher allerdings nicht gegeben. Inwiefern profitieren Unternehmen von Geschlechtervielfalt bzw. einem höheren Frauenanteil?

Ganz gleich, ob es darum geht, eine Innovationskultur zu schaffen oder die organisatorische Leistung zu verbessern - es wurde wiederholt bewiesen, dass Gechlechtergleichstellung und Vielfalt eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich bringen. Wir haben zu viel Zeit damit verbracht, das Bewusstsein dafür zu schärfen. Jetzt, in Zeiten von COVID-19 ist es an der Zeit, zu handeln.

Hat die Coronakrise hinsichtlich Diversity/Equality in der Arbeitswelt für einen Rückschritt gesorgt? Was können wir aus der Krise lernen?

Die COVID-19-Pandemie schadet berufstätigen Frauen mehr als Männern. Bei früheren Krisen waren es vor allem Angestellte und männerdominierte Branchen, in denen Arbeitsplätze verschwanden. Aber COVID-19 hat schneller und härter diejenigen getroffen, die in der Gesellschaft am verletzlichsten sind - diejenigen, die in geringer bezahlten Positionen arbeiten; in Sektoren wie Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus, die durch COVID-Lockdowns im Wesentlichen stillgelegt wurden. Und die Arbeitskräfte in diesen Sektoren sind überproportional weiblich. Wir können jedoch unsere Herausforderungen in Chancen umwandeln. Die Krise bietet uns jedoch einen Grund, optimistisch zu sein: Nach der großen Rezession im Jahr 2008 schoss die Rate der Unternehmerinnen weltweit in die Höhe, und das Gleiche könnte passieren, wenn wir diese Zeit der wirtschaftlichen Schwierigkeiten hinter uns lassen.

Warum ist Vielfalt ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen aller Größen?

Es ist eine erwiesene Tatsache, dass Vielfalt den Umsatz steigert, die Produktivität verbessert, die Kreativität anregt und die Innovation fördert. Allerdings gibt es ein paar Vorbehalte: Die Einführung von Diversität in ehemals homogene Teams erhöht die Konflikte. Nur reife Teams - nicht junge oder unreife Teams - profitieren von Vielfalt.

Wie können Unternehmen eine produktive Gesamtatmosphäre im Unternehmen erreichen, soziale Diskriminierungen von Minderheiten verhindern und die Chancengleichheit verbessern?

Die Person, die für die Belegschaft verantwortlich ist, muss kompetent genug sein, um Konflikte zu managen, eine Kultur der Inklusion zu schaffen und organisatorische Veränderungen vorzunehmen, wo dies zur Unterstützung der Vielfalt erforderlich ist. Das ist harte Arbeit.

Woran erkennen Bewerber*innen, dass Diversity im Unternehmen gelebt wird?

Viele Unternehmen sparen an der falschen Stelle, indem sie viel in hochkarätige Neueinstellungen und Employer Branding investieren, aber wenig in den Kulturwandel, der zur Unterstützung einer vielfältigen Belegschaft erforderlich ist.

Frauen und Fachkräfte, die einer Minderheit angehören, werden von der Diversity-Optik eines Unternehmens angezogen und merken bald, wie sehr sich die Realität von dem polierten Äußeren unterscheidet, das man ihnen verkauft hat.

Achtung, Achtung, anlässlich des feministischen Kampftages veranstaltet WoMentor am 10.3.2021 ein spannendes Event rund ums Thema Gender Equality! Rita Isiba ist ebenfalls mit dabei.

Weitere Infos dazu gibt's hier:

EQUALITY, EQUALITY, EQUALITY

Das WoMentor Impact Event zum Frauentag

Nein, wir werden nicht müde, über GENDER EQUALITY zu sprechen! Wir reden darüber an jedem Tag des Jahres, nicht nur am Internationalen Frauentag. Seit letztem Jahr sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unser Wirtschafts- und Privatleben und auch auf die Gleichberechtigung der Geschlechter massiv spürbar. Präsentiert und diskutiert werden nun die Ergebnisse einer Umfrage von WoMentor in Zusammenarbeit mit Deloitte Österreich: Bremst die COVID-19 Krise die Karrierechancen von Frauen - und wie können wir das Jahr 2021 als Chance nutzen und in Sachen Gleichstellung endlich IMPACT erzielen?

Wann: Mittwoch, 10.3.2021, 18 Uhr -21 Uhr
Wo: Online über Zoom

Es erwarten euch spannende Keynotes und Diskussionen, u.a. mit WoMentor-Gründerin und Geschäftsführerin Désirée Jonek, Rita Isiba (Gründerin Aphropean Partners), Marita Haas (Gender Consultant), Gerhard Wagner (Deloitte Österreich) und Gabriele Tatzberger (Wirtschaftsagentur Wien).

Anmeldung unter:
https://www.eventbrite.at/e/impact-event-international-womens-day-2021-tickets-133835823551
Event in englischer Sprache, Podiumsdikussion auf Deutsch

 

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