Warum unsere geliebten Yoga-Hosen schädlich sind

Yogahosen: heimlich verehrt, ständig getragen ... und extrem umweltschädlich? Eine Studie wirft nun ein schlechtes Licht auf unsere liebste Beinbekleidung.

Yoga gilt als Trendsportart der Stunde. Das haben mittlerweile auch viele Mode- und Sportfirmen erkannt und bieten vermehrt Sport- und Yogabekleidung in großem Stil an. Das mag zwar für günstige und große Auswahl sorgen - hat aber auch durchaus negative Folgen, wie nun eine Studie enthüllt.

WissenschaftlerInnen der Universität Florida haben nun besorgniserregende Ergebnisse diverser Wasserproben veröffentlicht, die auf die steigende Verschmutzung durch Mikrofasern hinweisen. Mikrofasern (etwa: Nylon, Acryl, Polyester, etc) sind Hauptbestandteil diverser Sporttextilien und geraten durch das Reinigen in der Waschmaschine in die Abwässer und in weiterer Folge in Flüsse und andere Gewässer.

"Schwer vorstellbar, dass diese Ergebnisse etwas Gutes bedeuten"

Was genau die hohe Mikrofaser-Belastung für die Zukunft bedeutet, können selbst die WissenschafterInnen nicht mit Sicherheit sagen. Nur so viel: "Es ist schwer vorstellbar, dass diese Ergebnisse etwas Gutes bedeuten", resümiert Maia McGuire, Meeresforscherin an der Universität von Florida in einem Interview mit der Huffington Post.

Außerdem sorgen sich die ExpertInnen um die Tiere (etwa Fische), die die Plastikteilchen über ihre Ernährung aufnehmen. Dies könnte nicht nur den Tieren selbst schaden, sondern auch den Menschen, die diese in weiterer Folge konsumieren, befürchten die ForscherInnen.

Mikrofasern - die verkannten Übeltäter

In der Vergangenheit wurden die kleinen Mikrofasern in diversen Wassertests oft übersehen, da sie, aufgrund ihrer kleinen Größe, nur schwer aus dem Wasser zu filtern sind.

Bereits im letzten Jahr machten WissenschafterInnen auf die hohe Belastung durch Mikroplastik in Kosmetik aufmerksam, die ebenfalls für eine hohe Plastikverschmutzung im Abwasser verantwortlich sind und fast überall in Kosmetik- und Hygieneprodukten zu finden sind. Der Anteil dieser an der Plastikverschmutzung ist laut McGuire allerdings deutlich kleiner (ca. sieben Prozent), als angenommen. Mit 80 Prozent gehen die Mikrofasern als deutlich größerer Übeltäter aus der Studie hervor.

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Umso wichtiger wäre es daher, auf die Gefahr der Verschmutzung aufmerksam zu machen und beim Kleidungskauf bewusst auf natürliche Materialien zu achten.

Fest steht, dass die steigende Plastikbelastung durch Sportbekleidung wenig mit dem grünen und umweltfreundlichen Image der Yogis zu tun hat. Und das war bisher nur den wenigsten bewusst.

 

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