Warum uns Leinöl glücklich macht

Das Leinöl hat im deutschsprachigen Raum eine jahrtausende alte Tradition. Jetzt werden immer mehr vorbeugende Wirkungen des "blauen Wunders" auf Körper, Geist und Seele entdeckt bzw. erforscht.

Leinöl ist sehr vielseitig. Es macht nicht nur glücklich, sondern hält auch gesund. Es beugt u.a. Brustkrebs und Wechseljahresbeschwerden vor und wird als neue Anti-Aging-Wunderwaffe gehandelt.

Es sind die vielseitigen Talente des Leins, die seine historische Bedeutung begründeten – und jetzt auch die Renaissance der Pflanze: Sie ist Nährstoff und Medizin, Rohstoff für Kleidung, Wäsche, Aussteuer, Basis der Künste, Baustoff, Schmiermittel.

Leinöl ist der ultimative Allrounder


So werden heutzutage noch in Europa, aber auch USA und Kanada Linoleumböden verwendet, Leinenstoffe zählen immer noch zu den robustesten Materialien.

Im Supermarkt erfreut sich Leinöl aufgrund seiner kurzen Lagerzeiten keiner großen Beliebtheit. Und womit sich kein großer Profit machen lässt, wird trotz hervorragender Wirkung auf die Gesundheit einfach vernachlässigt. In großen Werbekampagnen der Lebensmittelindustrie wird Rapsöl gerne als Omega-3-Lieferant gepriesen.

Öl-Hersteller mischen sogar Sonnenblumenöl und Rapsöl, die Fette sind dem Leinöl in Sachen Omega-3 allerdings stark unterlegen:

100 Gramm Leinöl enthalten 55 Gramm Omega-3-Fett, Walnussöl nur 13 und Rapsöl sogar nur 9 Gramm.

Schlecht zur industriellen Weiterverarbeitung geeignet


Rein „technologische Gründe“ sprechen gegen das Leinöl: „Es eignet sich schlecht zur industriellen Weiterverarbeitung, ist sehr empfindlich, verdirbt binnen weniger Monate. Genau das, was für den Menschen so gesund sei, sei von Nachteil für die fabriksmäßige Weiterverarbeitung. So blieb das Leinöl bisher ein bisschen im Schatten.“

Der Leinanbau erlitt ein ähnliches Schicksal wie viele andere wichtige Kulturpflanzen durch den Anbau weniger arbeitsintensiver Kulturpflanzen wie Getreide verdrängt. In Zeiten der Rohstoffknappheit, nach dem Ersten Weltkrieg und im Verlauf des Zweiten Weltkriegs, war dem Lein zwar kurzfristige Renaissance vergönnt, doch mit wenigen tausend Hektar Anbauflächen in den 50er-Jahren war das Ende des „blauen Wunders“ in Deutschland und Europa fürs Erste endgültig besiegelt.

Eine vielseitige und über Jahrtausende für unersetzlich gehaltene Kulturpflanze fiel den Marktgesetzen einer neuen, industrialisierten Weltwirtschaft zum Opfer und geriet vollkommen in Vergessenheit.

Die Renaissance des Leinöls


Wissenschaftliche Studien helfen dem Lein, in verarbeiteter Form den Leinsamen und Leinöl erfreulicherweise gerade zu einer Renaissance. Bei folgenden Leiden wurde eine heilende und vorbeugende Wirkung nachgewiesen:

  • Reduzierung von Allergien durch den regelmäßigen Genuss von Leinöl
  • Verhinderung der Arterienverkalkung und somit Senkung des Risikos eines Schlaganfalls und Herzinfarkts
  • Leinöl beruhigt hyperaktive Kinder und verbessert Symptome des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS)
  • Wer täglich Leinsamen isst, kann damit seinen Blutdruck senken
  • Mit Leinsamen und Leinöl kann das Wachstum von Brustkrebs und Tumoren in der Prostata gehemmt werden
  • Milderung von Entzündungsreaktionen, Wechseljahresbeschwerden
  • Leinöl und Leinsamen können bei Nierenerkrankungen helfen
  • Regulierung des Blutzuckerspiegels

Aus Sicht der TCM ist Leinöl in seiner thermischen Wirkung neutral und wird dem süßen Geschmack zugeordnet. Es hilft Nässe und Feuchtigkeit aufzulösen bzw. zu transformieren, befeuchtet den Darm und bewegt das Blut.

Hans Ulrich Grimm widmet sich in seinem Buch "Leinöl macht glücklich" nicht nur ausführlich der Geschichte und Heilwirkung des Leins, sondern empfiehlt auch zahlreiche schmackhafte Rezepte.

 

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