Warum uns diese Mutter zu Tränen rührt

Eine junge Mutter stellt ein Foto online, auf dem sie weinend ihr neugeborenes Baby im Arm hält. Die Reaktionen auf ihre Offenheit sind positiv - denn viele Mütter leiden am "Baby-Blues".

"I was a fucking mess" - mit diesen ehrlichen Worten beschreibt eine junge Mutter aus Phoenix in den USA ihre Gefühle drei Tage nach der Geburt ihres Babys. "Meine Brustwarzen waren wund und blutig, der Milcheinschuss stand bevor, mein Baby wurde sehr hungrig, ich trauerte plötzlich um all die Babys, die getötet werden, als wäre es Absicht, ich hatte seit den Wehen noch nicht geschlafen, ich wusste nicht, wohin mit meinen Brüsten, und meine Vagina tat weh vom ständigen Sitzen während des Stillens, es war, als würde ich den Verstand verlieren", schreibt sie weiter.

Mit ihrem Baby-Blues ist Danielle nicht alleine: an diesen postpartalen Stimmungskrisen leiden in etwa 70 Prozent aller Mütter. 10 bis 20 Prozent davon entwickeln daraufhin längere Depressionen, bekannt als "Wochenbett-Depression".

Über diese Gefühlszustände zu sprechen, ist leider noch immer ein Tabu. Das hat Danielle Haines, eine angehende Hebamme, aus den USA mit ihrem Foto gebrochen:

This is a picture of me 3 days postpartum. I was so raw and so open, I was a fucking mess. I loved my baby, I missed...

Posted by Danielle Haines on Samstag, 12. September 2015

Sie schreibt, dass ihr Mann an diesem Tag auch wieder anfing zu arbeiten - was ihre Situation noch verschlimmerte. Sie bekam Besuch von ihrer Schwester Sarah, die sie in diesem Zustand vorfand. Sie wollte diesen ehrlichen Moment festhalten und schoss dieses Foto.

Jetzt ruft die Mutter dazu auf, dass andere Frauen von ihren Gefühlen nach der Geburt berichten. Damit brechen viele Frauen ihr Schweigen und zeigen, dass eine Geburt nicht nur schöne Seiten haben kann. Doch mithilfe der Unterstützung ihrer Familie und Freunde hat Danielle diese Phase gut überstanden und trotz allem eine "magische Wochenbett-Zeit" erlebt, wie sie schreibt.

 

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