Warum sich diese Frau Hasskommentare auf ihren nackten Körper klebt

Die Sexualpädagogin und Autorin Laura Delarato hat genug von Online-Kommentaren über ihren Körper.

Hass im Netz trifft noch immer am häufigsten Frauen. Die meisten Kommentare und Nachrichten drehen sich dabei um das Aussehen der Frauen oder enthalten Gewaltdrohungen. Doch die Sexualpädagogin und Autorin Laura Delarato hatte genug davon, im Internet beschimpft zu werden - und startete aus diesem Grund eine plakative Protestaktion.

Über die letzten zwei Jahre hat Delarato Kommentare von Trollen über ihren Körper gesammelt und sie zu Kunstwerken gemacht. Wie? Indem sie sie mit Photoshop auf ihren nackten Körper "klebt", und die Fotos dann auf Instagram teilt. Mit dem "Comments Project" hat Delarato begonnen, als sie sehr schlechte Erfahrungen mit Dating-Apps machte.

Gegenüber dem Magazin HuffPost sagt sie: "Es hat 2016 begonnen, als ich mit Tinder angefangen habe. Ich habe gemerkt, dass ich nicht das gewöhnliche ,Hey, wie geht's dir?' erhalte - sondern eher Nachrichten wie: ,Ich wollte schon immer ein fettes Mädchen f***' oder ,Du würdest wahrscheinlich nicht annehmen, dass ich dich attraktiv finde.'"

Sie dachte dann darüber nach, warum sich fremde Männer im Internet das Recht herausnehmen, Frauen zu sagen, wie sie ihre Körper finden sollen. Das war der Punkt, an dem ihr klar war: sie muss diese Nachrichten auf kreative Weise öffentlich machen. Sie hat selbst in ihrer Jugend unter Bulimie gelitten und kämpft noch heute mit ihrer Heilung. "Ich bin eine übergewichtige Frau, die sich selbst nicht hasst. Ich hoffe, dass ich damit andere inspiriere und ihnen ein gutes Gefühl gebe, wenn sie sich in ihren Körpern nicht wohlfühlen."

Diese Hasspostings öffentlich zu machen, habe ihr selbst dabei geholfen, wieder Selbstvertrauen zu finden. Denn in der Öffentlichkeit seien übergewichtige Frauen kaum präsent - trotz Body-Positivity-Bewegung. Für sie hat die Body-Positivity-Bewegung sogar ihre Fehler: denn es seien kaum Frauen in der Öffentlichkeit sichtbar, die keine perfekten Proportionen haben.

Oft hört sie auch, dass sie ,zu viele' Fotos von sich selbst postet. Für Delarato eine klare Sache: "Wir müssen übergewichtige Frauen endlich realistisch repräsentieren - bis dahin werde ich weitermachen."

 

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