Warum niemand vor 10 Uhr arbeiten sollte

Der durchschnittliche Arbeitsbeginn um 8 oder 9 Uhr morgens arbeitete gegen unseren Biorhythmus - die meisten Menschen funktionieren erst richtig ab 10.

Obwohl es auch Frühaufsteher geht, ist für die meisten Menschen der Arbeitsbeginn um 8 oder 9 Uhr morgens zu früh. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass unsere Arbeitspläne nicht zu unserem natürlichen Biorhythmus passen. Dabei wäre das auch für Arbeitgeber ziemlich sinnvoll.

Der Biorhythmus richtet sich nicht nach Gewohnheit

Wenn die Arbeitszeit mit dem natürlichen Schlafrhythmus eines Angestellten zusammenpasst, ist man produktiver und produziert qualitativ hochwertigere Arbeit. Man ist konzentrierter, weniger gestresst und gesünder. Wenn man im Gegenteil unter Schlafmangel leidet, macht man eher Fehler und fällt Arbeitsunfällen zum Opfer. Die Arbeit von Christopher Barnes von der Foster School der University of Washington hat sogar gezeigt, dass Nachtmenschen morgens weniger ethisch handeln, und Frühaufsteher abends unethischere Entscheidungen treffen.

70 Prozent der Menschen stehen zu früh auf

Aber es geht nicht nur darum, wie viel man schläft, auch der Tagesrhythmus ist relevant, wie Till Roenneberg von er Ludwig-Maximilian-Universität in München herausgefunden hat. Und der kann stark fluktuieren und unser Arbeitsrhythmus nimmt normalerweise nicht darauf Rücksicht. Er schätzt, dass 70 Prozent aller Menschen früher aufstehen, als sie sollten.

Vorteile auch für Arbeitgeber

"Es ist nicht rational, dass Arbeit fix um 8 Uhr anfängt", erzählte er der BBC. In einem Experiment in der Volkswagen-Fabrik hat er die Arbeitszeiten der Arbeiter an deren Biorhythmus angepasst. Frühaufsteher haben früh angefangen, Nachteulen später, mit klaren Ergebnissen: Die Arbeiter waren produktiver, gesünder und weniger müde, sowohl in der Arbeit als auch in ihrer Freizeit.

Mit dem Alter verschiebt sich der Tagesrhythmus und es wird leichter, früh aufzustehen. Doch für die meisten Menschen beginnt der Arbeitstag viel zu früh, die Wissenschaftler halten 10 Uhr für die perfekte Zeit.

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