Warum negative Eigenschaften beim 1. Date oft attraktiv wirken

Was du anfangs noch für selbstbewusst und charmant hieltest, entpuppt sich kurze Zeit später als manipulativ und rechthaberisch. Oft kann der erste Eindruck ganz schön täuschen.

Mann und Frau flirten

Hattest du auch schon mal ein Date, bei dem dich dein Gegenüber anfangs total umgehauen hat – und sämtliche red flags für dich einfach unsichtbar waren? Oft erscheinen uns gerade die Eigenschaften anderer, die sich später als problematisch (oder mit unseren einfach inkompatibel) herausstellen, im ersten Moment als besonders beeindruckend und positiv. Woran liegt’s?

Wir verwechseln unsere Emotionen

Laut Psycholog*innen kommt es gar nicht selten vor, dass wir gewisse Charakterzüge von Personen anfangs als besonders anziehend wahrnehmen – nach einiger Zeit allerdings eher das Gegenteil der Fall ist. Als Grund dafür nennt Psychotherapeutin Kara Lissy gegenüber Bustle, dass Anspannung und freudige Erregung einander ziemlich ähnlich sind. Stichwort: Schmetterlinge im Bauch. Es ist also möglich, dass wir unsere Begeisterung während des Dates mit anxiety (also Angst und Nervosität) verwechseln.

Oft braucht es auch einfach ein bisschen, um den wahren Charakter einer Person zu erkennen. So empfinden wir Impulsivität und Risikobereitschaft vielleicht erst mal als abenteuerlich und sexy, nach einiger Zeit jedoch eher als bedrohlich und unzuverlässig. Klar, macht sich impulsives Verhalten und Spontaneität beim ersten Date gut – oftmals stellt sich der Charakterzug gerade in Beziehungen als schwierig heraus (wenig überraschend handelt es sich dabei auch um die Eigenschaft, die Personen, die ihre Partner*innen betrügen, oft gemeinsam haben).

Mitteilungsfreudig oder selbstverliebt?

Auch oversharing ist eine der typischen Eigenschaften, die auf den ersten Blick super ankommen – man will sich beim ersten Date klarerweise kennenlernen und wenn jemand von Beginn an viel über sich preisgibt, ist das natürlich super.

Nach einer Weile zeigt sich allerdings oft, dass der*die andere einfach keine Grenzen kennt, nicht abschätzen kann, wann es angebracht ist, etwas weiterzuerzählen und wann man Informationen lieber für sich behalten sollte (z.B. intime Details über den*die Ex-Partner*in) oder dass der*die andere eigentlich am liebsten nur über sich selbst redet und sich nicht sonderlich für dich interessiert.

Wiederholungszwang

Als weiteren Grund dafür, dass wir uns immer wieder zu "red flags“ hingezogen fühlen, nennt Psychotherapeutin Arlene B. Englander gegenüber Bustle das "repetition syndrome“ ("Wiederholungszwang“): Dabei suchen wir uns unbewusst Partner*innen, die gewisse negative Eigenschaften, die uns nahe stehende Personen in unserer Vergangenheit (wie etwa unsere Eltern) hatten, ebenfalls aufweisen.

Wie erkennt man negative Eigenschaften rechtzeitig?

Sozialarbeiterin Judi Cinéas empfiehlt, genau darauf zu achten, wie das Date sich gegenüber anderen Personen, etwa Kellner*innen verhält und über andere Menschen (die Eltern, die Ex-Freundin, etc.) spricht. "Wie Personen über andere reden, sagt viel über sie selbst aus“ erklärt Judi Cinéas gegenüber Bustle.

Ein weiterer Tipp ist, aufmerksam zu sein und besonders auf eventuell problematische Verhaltensmuster zu achten. Bist du in der Vergangenheit also schon öfter an Leute geraten, die im ersten Moment selbstbewusst und entscheidungsfreudig wirkten – sich aber nach einiger Zeit als befehlshaberisch und manipulativ herausstellten, denke in Zukunft daran und versuche zu erkennen, ob das bei deinem aktuellen Date möglicherweise auch der Fall sein könnte.

 

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