Warum Monogamie genauso gefährlich wie eine offene Beziehung ist

Wer mehrere Partner im Bett hat, lebt automatisch gefährlicher? Eine neue Studie räumt mit Vorurteilen auf.

In unserer Gesellschaft herrscht nicht nur eine relativ starke Abneigung gegen offene Beziehungen, sondern es besteht oft auch die Annahme, dass diese meist automatisch mit einem deutlich erhöhten Risiko an Infektionen mit Geschlechtskrankheiten verbunden sind.

Wissenschaftler Justin Lehmiller widerlegte mit seiner neuesten Studie diese Annahme: Er untersuchte dafür 556 Personen (63 % davon in monogamen Beziehungen, 37% in offenen Beziehungen lebend).

Während 3/4 der befragten Teilnehmer aus offenen Beziehungen angaben, mehrere Sex-Partner zu haben, gab überraschenderweise auch ein Viertel der in monogamen Beziehungen lebenden Befragten an, nicht nur mit einer einzigen Person zu verkehren.

Wer untreu ist, gefährdet auch den Partner

Eine derart hohe Anzahl sei deshalb bedenklich, da die meisten der monogamen Partner nichts von der Untreue in der Beziehung wüssten. Das sei besonders im Hinblick darauf, dass die meisten monogam-Lebenden in der Regel kein Kondom (oder ähnliche Verhütungen) verwendeten, beunruhigend.

Im Gegensatz zu den polygam geführten Partnerschaften, ließ sich die andere Gruppe auch viel seltener auf Geschlechtskrankheiten testen (verständlich, wenn man davon ausgeht, dass der eigene Partner treu ist).

Dieser Umstand führe allerdings eben dazu, dass monogame Paare sich oft unbewusst mit Krankheiten anstecken würden.

Kein Unterschied in Krankengeschichte

Für den Wissenschaftler am überraschendsten waren aber die gesundheitlichen Ergebnisse der Probanden. Er konnte zwischen Menschen aus monogamen und nicht-monogamen Partnerschaften keine Unterschiede im Hinblick auf vergangene Geschlechtskrankheiten feststellen. Bei beiden Gruppen sei eine(r) von fünf von einer Ansteckung betroffen.

Das Vorurteil, dass polygame Beziehungen also automatisch gefährlicher sind, konnte er somit widerlegen.

 

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