Warum manche Menschen sympathischer wirken als andere

Nicht jede*r mag uns. Und auch wir mögen nicht alle. Warum das so ist, haben Wissenschaftler*innen recherchiert.

Wenn's funkt, dann funkt's. Das gilt auch für Freundschaften.

Wer kennt es nicht: man sieht jemanden und weiß gleich, ob er*sie sympathisch sein wird. Sympathie auf den ersten Blick quasi. Manche finden dafür positive Vibes entscheidend. Andere legen Wert auf komplexere Ausschlusskriterien, wie den Musikgeschmack oder das Sportverhalten des Gegenübers.

Wenn er*sie zum Beispiel nicht weiß, dass Will Smith auch Rapper ist oder die Person weniger als fünfmal die Woche trainiert, dann mag man ihn*sie eben nicht! Logisch, oder? Scheinbar schon. Wissenschaftlich lässt sich nämlich gewissermaßen erklären, warum manche Menschen sympathischer wirken als andere.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Surprise? Not really. Menschen, die uns ähnlich sind oder gleiche Interessen haben, sind uns sympathischer. Das besagt auch das Ähnlichkeitsprinzip der Psychologie. Der Grund dafür ist, dass wir in diese zwischenmenschlichen Beziehungen weniger Zeit investieren und kaum Überzeugungsarbeit leisten müssen. Dabei spielt die tatsächliche Ähnlichkeit viel weniger eine Rolle als die vermuteten Gemeinsamkeiten. Ist uns eine Person auf Anhieb sympathisch, vervollständigen wir im Kopf die uns noch fehlenden Informationen automatisch. Ob am Ende des Tages tatsächlich eine Freundschaft entsteht, ist aber Glückssache.

Der Pratfall-Effekt

Bei diesem Konzept gilt: Je mehr "Fehler" man macht, desto besser. Richtig gelesen. Wenn also beim ersten Date ein Popel in der Nase steckt, ist das zwar super peinlich, aber auf der Sympathie-Rangliste klettern wir nach oben. So beschreibt es zumindest der Psychologe Elliot Aronson. Seine Studie aus den 1960ern ergab, dass fast schon perfekt scheinende Menschen, die während eines Tests eine Kaffeetasse umwarfen, sympathischer eingestuft wurden als jene Versuchspersonen, denen das nicht passierte. Der sogenannte Pratfall-Effekt sagt nämlich, dass man sich besser mit Menschen identifizieren kann, denen Missgeschicke passieren. Denn für Verletzlichkeit braucht es Mut. Daher entsteht hier schneller eine zwischenmenschliche Bindung, so Brené Brown, Professorin an der University of Houston.

Wer schmeichelt, gewinnt

Laut einer 2012 durchgeführten Studie schneiden Menschen beim Trainieren besser ab, wenn eine andere Person ihnen dabei Komplimente macht. Der Grund: bei verbaler Wertschätzung reagiert unser Gehirn ähnlich, wie wenn wir mit Geld belohnt werden. Das Glücksgefühl steigt. Dieser Effekt tritt auch ein, wenn wir für kleine, alltägliche Aufgaben Lob bekommen. Es darf also ruhig öfter geschmeichelt werden.

Cool bleiben

Trotzdem sollten wir es mit Komplimenten und Schmeicheleien nicht übertreiben. Niemand sollte zum*zur Schleimer*in werden. Ein ernst gemeinter Kommentar zu einem schönen Outfit reicht oft, um dem Gegenüber den Tag zu versüßen und wahrscheinlich positiv in Erinnerung zu bleiben. Das wichtigste bei dieser Sympathiesache ist also sich nicht zu verstellen. Menschen mögen Menschen, die authentisch sind. Und meist sind es die unbeschreiblichen Dinge, die uns zum*zur Sympathieträger*in machen.

 

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