Warum Kinder zuhören, aber nicht gehorchen

Sie reden mit Ihren Kindern, sagen ihnen Tag täglich, was sie machen sollen und diese wollen einfach nicht zuhören? Warum das alles nichts nützt und die Erklärung für dieses Phänomen doch so einfach ist.

Szenario 1: „Zum hundersten Mal, jetzt komme endlich zum ...“ - wer hat diesen Satz gegenüber den eigenen Kindern noch nicht benützt? Den meisten dürfte dieses Szenario gut bekannt sein. Da ruft man x-mal ins Kinderzimmer und dennoch kommt keine Reaktion zurück. Und geht man persönlich zu den Kindern, tun diese so als ob sie noch nie etwas davon gehört hätten..

Szenario 2: Das Anziehen in der Früh. Die Eltern legen den Kindern die Kleidung hin und diese rühren sich dennoch keinen Millimeter. Auch ein mehrmaliges darauf hinweisen, dass das Kind sich jetzt doch bitte anziehen soll, hilft nichts und die Frage, warum es sich denn nicht anzieht, erntet im besten Fall verständnislose Blicke.

Was genau läuft in der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern falsch?


Die Eltern werden jedes Mal entnervter, die Kinder wiederum lernen die Eltern zu ignorieren, da diese ohnehin immer nur schlechte Laune haben. Wer hier nach einer Lösung sucht, sollte einige Dinge wissen:

  1. 1. Kommunikation läuft nicht nur über das gesprochene Wort ab, sondern auch über Mimik und Gestik, also die so genannte non verbale Ebene. Ebenfalls wichtig sind Tonfall, Aussprache und Betonungen, auch paraverbale Ebene genannt. Und jetzt der Clou: nur 7 Prozent unserer Kommunikation orientieren sich am Inhalt des Gesagten. 55 Prozent dessen, was wahrgenommen wir, wird über die non verbale Ebene transportiert und 38 Prozent über die paraverbale Ebene. Wenn man ein Kind nun dazu bringen will, dass es folgt, dann sollte nicht nur der Inhalt des Gesagten stimmen, sondern auch die anderen Kommunikationswege müssen stimmig sein und entsprechend eingesetzt werden. Ein bittender Tonfall bei einer Aufforderung etwas zu tun ist somit fehl am Platz. Ansonsten wird Ihr Kind sie zwar hören, aber vermutlich nicht gehorchen.
  1. 2. Auch Kinder können in ihrem Spiel voll aufgehen. Wenn sie dann nicht mitbekommen, was in der Welt um sie passiert, kann man ihnen das eigentlich gar nicht übel nehmen. Wer also gehört werden will, sollte sich nie über mehrere Zimmer mit ihnen unterhalten, sondern immer von Angesicht zu Angesicht.
  1. 3. Erwarten Sie nicht, dass Kinder sofort gehorchen. Geben Sie Ihnen Zeit und machen Sie ihnen diese auch begreifbar. Eine Eier- oder Sanduhr macht auch Kindern begreiflich, wie viel ihnen noch bleibt bis sie wirklich reagieren müssen.
  1. 4. Sprechen Sie Ihre Kinder immer direkt mit deren Namen an und sagen Sie, was Sie gerne hätten wie „Ich möchte, dass du...“ oder bei Kritik „Ich will, dass du künftig ...“. Beleidigungen sind fehl am Platz!
 

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