Warum Kinder phasenweise ein Elternteil bevorzugen

Es gibt Phasen im Leben eines Kindes, in dem es sich zu einem Elternteil mehr hingezogen fühlt. Eine erziehungsexpertin erklärt, wie man damit umgehen kann.

In einer bestimmten Phase ziehen Kinder oft einen Elternteil dem anderen vor. Dann werden die Arme nur nach dem Papa ausgestreckt, auch wenn die Mutter danebensteht - oder umgekehrt. "Das kann von dem betroffenen Elternteil wie eine Zurückweisung empfunden werden", sagt Erziehungsberaterin Dana Urban.

Lernen mit der "Zurückweisung" umzugehen

Trotzdem müssen Erwachsene im Hinterkopf behalten: Das Kind macht es nicht absichtlich und will einen damit nicht verletzen. Am besten bleiben Eltern in dieser Phase dran. Sie können Blickkontakt zu ihrem Kind aufbauen, mit ihm spielen oder es trösten, wenn es weint.

Ein falsches Signal gegenüber dem Kind wäre hingegen, sich aus verletzten Gefühlen heraus zurückzuziehen. Manchmal passiert das aus dem Gefühl heraus, es nicht richtig machen zu können. "Dadurch würde das Band der Bindung ja nur dünner, statt tragfähiger", erklärt Urban. Eltern sollten sich in der entsprechenden Situation immer wieder deutlich machen: "Mein Kind liebt mich dennoch." Vielleicht ist man nicht die Hauptbindungsperson, aber die daneben wichtigste Bindungsperson.

Es sei gut erforscht, dass Kinder nicht nur zu einer Person eine Bindung aufbauen können. So lässt es sich auch von weiteren Bezugspersonen, etwa Großeltern oder Erziehern beruhigen oder trösten. Voraussetzung dafür ist, dass es diese Menschen gut kennt und diese feinfühlig auf die Signale des Kindes eingehen.

 

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