Warum jetzt alle Pferdeshampoo verwenden

Ja, wir hätten alle gerne eine Mähne wie dieses Pony, aber müssen wir deswegen gleich sein Shampoo stehlen? Wir haben recherchiert, warum Mane&Tail Shampoos gerade tierisch "in" sind.

Natürlich wollen wir eine tolle, wallende Pferdemähne haben; so dick und glänzend, wie von einem prachtvollen Vierbeiner. Aber wie wörtlich ist dieser Wunsch zu nehmen? In England und natürlich schon längst in den USA nehmen sich bereits dutzende Frauen und diverse Stars beim Wort und tauschen ihr gewöhnliches „Menschen-Shampoo“ gegen Haarpflege von Pferden. Pferdeshampoo und Pferdeconditioner ist der Renner; und zwar nicht nur im Online-Verkauf, inzwischen sind die Produkte sogar so beliebt, dass bereits große Kaufhausketten und Mode-Shops (z.B. Urban Outfitters) die tierischen Bestseller anbieten.

Mehr Glanz geht nicht!

Und tatsächlich lässt sich über die Wirkung der Styling-Mittel für Vierbeiner nicht streiten. Dickes, verzotteltes Pferdehaar bekommt durch die Produkte eine glatte, glänzende und leicht kämmbare Struktur. Manche Shampoos arbeiten dabei mit besonders intensiven Glanz-Effekten, damit die edlen Rösser vor allem an großen Turniertagen in den Augen ihrer Zuschauer glänzen. Und glaubt man den dutzenden Instagram-Posts, schaffen die tierischen Produkte das Gleiche auch bei uns Zweibeinern. Selbst bei afroamerikanischen Krausköpfen gelten die Pferdeprodukte als Zaubermittel, das selbst die kringeligsten Locken entwirrt und seidigen Glanz schenkt.

Vorsicht, Pferdefuß!

Was ist also das Geheimnis des Vierbeiner-Produkts? Ganz einfach: Es sind vor allem seine Konzentrationen. Während nämlich die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe zum Großteil mit denen eines normalen Shampoos für Zweibeiner identisch ist, liegt der Unterschied in der Dosierung der jeweiligen Wirkstoffe. So wird in den meisten Pferdeshampoos Kollagen verarbeitet; ein Stoff, der Haarschäden regeneriert. Für den Glanz sorgt Glycoldinitrat. Darüber hinaus hemmt der Inhaltsstoff Polypropylenglycol den Feuchtigkeitsverlust und Silikon ummantelt das Haar mit einer Hülle aus Glanz, die die einzelnen Strähnen zudem glättet und kämmbar macht. Insofern ist alles gleich und damit im Grund unbedenklich. Erst die hohe Konzentration der eingesetzten Wirkstoffe, lässt Zweifel aufkommen. Pferdehaar ist fester und wesentlich robuster strukturiert als menschliche Strähnen. Doch vor allem Silikone und andere chemische Zusätze sind in „menschlichen“ Haarpflegeprodukten in den letzten Jahren immer mehr in Verruf geraten und werden von vielen Anbietern daher bewusst gemieden. Wirksam sind diese Zusätze gewiss; wie gut sie aber bei häufiger Anwendung der Kopfhaut tun, wird in Zweifel gezogen. Es bleibt also irgendwie doch ein fahler Beigeschmack, wenn wir unseren Vierbeinern das Shampoo stehlen. Vielleicht überlassen wir doch lieber ihnen den Glanz!

 

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