Warum jede von uns unter dem "August-Blues" leidet

Das Phänomen hat einen Namen: Der "August-Blues". Und wir sind alles andere als allein damit.

Der Sommer ist eine Zeit des Optimismus: Wochenlang scheint die Sonne, das Wetter ist herrlich und der Bananensplit ist unser täglicher Begleiter. Wir lieben die Welt und die Welt liebt uns. Bis er auf einmal da ist, unbarmherzig: Der August Blues. Die Sonne geht wieder früher unter, die ersten unter uns spüren schon, dass „es herbstelt“, die Kollegen trudeln langsam aus den Sommerurlauben wieder im Büro ein. All das hält uns unbarmherzig vor Augen: Das warme, sonnendurchflutete Sommerleben in Sandalen und Kleidern geht zu Ende.

Die Angst vor dem Ende des Sommers

Kommt dir bekannt vor? Wahrscheinlich. Denn die arbeitende Menge unter uns erlebt diese Melancholie nahezu wöchentlich: Die „Sunday Scaries“, wie sie auf Englisch heißen, suchen uns regelmäßig am Sonntag heim, ab dem späten Nachmittag, wenn wir erkennen, dass der Montag und damit das strukturierte Arbeitsleben unaufhaltsam näher rücken.

Und auch wenn „Sunday Scaries“ weder ein technischer Begriff ist und es auch keine offizielle Diagnose zu diesem Phänomen gibt, so wurden bis dato die Auswirkungen dieser Angst bereits dokumentiert: Untersuchungen haben herausgefunden, dass Menschen am Sonntagabend schlechter einschlafen als an den restlichen Tagen, dass die meisten Panikattacken an Sonntagen vorkommen und, dass Menschen mit Magengeschwüren, einer häufigen Auswirkung von Stress, am Sonntag verstärkt akute medizinische Hilfe benötigen.

Was hat es nun mit dem „August-Blues“ auf sich?

Je näher sich der Sommer also seinem Ende zu neigt, desto „ernster“ fühlt sich unser Leben wieder an (die Erinnerung an „Jetzt geht die Schule bald wieder los!“ kommt unweigerlich hoch): Verantwortung, Seriösität, Ernsthaftigkeit – vorbei scheint es mit Spritzwein und Spaß! Dazu kommt die Angst, die jede/r kennt: Die Sommer-Variante des FOMO, die Sorge, den Sommer nicht richtig ausgenutzt zu haben – wieder nicht im Freiluftkino, wieder nicht an diesem einen Badesee, zu dem man unbedingt wollte, die Liste lässt sich individuell erweitern.

Unsere einzige Hoffnung, noch nicht ganz in den „End-of-Summer-Blues“ zu schlittern: Die Tatsache, dass die September der vergangenen Jahre an Sonnenstunden und Temperaturen locker mit dem Sommer mithalten konnten. Wir können also noch locker ein paar Spritzer am Donaukanal nehmen, umarmt von der neuen Lederjacke – denn eines dürfen wir bei allem Wehmut nicht vergessen: Kommt Herbst, kommt neue Kollektion.

 

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